Gemeinde Niederzier schließt Radweg entlang der L264 bei Ellen

Radwegeschluss entlang der L264 : Eine Investition in die Sicherheit

Es ist auf den ersten Blick nur ein Lückenschluss auf einer Länge von rund 900 Metern, aber einer, der die Sicherheit der Radfahrer entlang der Tagebaurandstraße erheblich verbessert.

Im Auftrag der Regionalniederlassung Ville-Eifel des Landesbetriebs Straßen.NRW hat die Gemeinde Niederzier in den vergangenen Wochen das letzte fehlende Teilstück des Radweges an der Landstraße gebaut.

Damit gehört die Zeit, in der die Radfahrer in Höhe Ellen die viel befahrene Landstraße 264 zweimal überqueren mussten, der Vergangenheit an. Als Straßen.NRW im Sommer 2018 die Fahrbahndecke der L264 erneuerte, fehlten der Straßenbauverwaltung sehr zum Leidwesen der Gemeinde Niederzier die personellen Ressourcen, um auch den Radweg zu schließen.

Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) suchte das Gespräch mit dem Leiter der Regionalniederlassung in Euskirchen, Gerd Decker. Und gemeinsam fanden sie die Lösung: Wenn die Gemeinde die Planung und Ausführung übernimmt, trägt der Landesbetrieb die Kosten. Und die belaufen sich immerhin auf 770.000 Euro. Allein 70.000 fielen für ökologische Ausgleichsmaßnahmen an, was Heuser scharf kritisierte, ist aus seiner Sicht der Bau von Radwegen doch bereits eine ökologische Maßnahme, die dafür sorgen soll, dass künftig mehr Autofahrer aufs Fahrrad umsteigen und damit CO2 eingespart wird.

Ein Argument, dass bei der offiziellen Freigabe des Radweges bei der CDU-Landtagsabgeordneten Patricia Peill auf offene Ohren stieß. Sie will sich in Düsseldorf dafür einsetzen, dass für Radwege in Zukunft keine Ausgleichsmaßnahmen mehr erfolgen müssen.

Der oft sehr wünschenswerte Bau von Radwegen scheitere in der Regel nicht am Geld, erklärte Gerd Decker, sondern am dafür benötigten Grunderwerb. „Mit einem oder zwei Landwirten findet man vielleicht eine Lösung, bei zehn Betroffenen wird das schon äußerst schwierig“, betonte der Straßenbauer. Die Gemeinde Niederzier hatte Glück. Sie konnte nicht nur beim ökologischen Ausgleich, sondern auch beim Flächenerwerb einmal mehr auf die Unterstützung von Tagebaubetreiber RWE Power zählen, betonte Heuser.

Weitere Sanierungen

Am Rande der Radwegsfreigabe sicherte der zuständige Projektleiter von Straßen.NRW, Arnd Meyer, zu, den bereits vorhandenen Radweg an den Stellen zu sanieren, an denen Wurzeln den Asphalt im Laufe der vergangenen Jahre angehoben haben. Auch die Tagebaurandstraße selbst muss noch einmal angepackt werden. In Höhe der alten A4-Trasse ähnelt die L264 einer Berg- und Talfahrt. Der Erdwall, der die alte Autobahnbrücke ersetzt, ist offenbar nicht richtig verdichtet worden. „Der Mangel ist erkannt und wird behoben“, kündigte Meyer an. Ein genaues Datum nannte er nicht.