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Neue Rettungs- und Feuerwache: Eine Millioneninvestition in die Sicherheit

Neue Rettungs- und Feuerwache : Eine Millioneninvestition in die Sicherheit

Die neue Rettungs- und Feuerwache an der Bundesstraße 56 in Huchem-Stammeln ist nach nur elfmonatiger Bauzeit bezugsfertig. Der Neubau ist eine Investition in die Sicherheit der Bürger nicht nur in der Gemeinde Niederzier, sondern auch im Jülicher Süden.

Auf dieses Signal haben die Mitarbeiter des Rettungsdienstes Kreis Düren (RDKD) am bislang provisorisch genutzten Standort Huchem-Stammeln und die ehrenamtlichen Mitglieder der Löschgruppe Huchem-Stammeln gewartet. Alle Arbeiten an der neuen Rettungs- und Feuerwache an der B56 sind nicht nur abgeschlossen, sondern auch bereits abgenommen. Sogar die Endreinigung hat schon stattgefunden. Dem Umzug steht also nichts mehr im Wege.

Biszur offiziellen Einweihung Anfang September haben Rettungsdienst und Feuerwehr nun einen Monat Zeit, den „funktionalen Zweckbau“, wie der RDKD-Vorstandssprecher und für das Rettungswesen zuständige Kreisdezernent Peter Kaptain betont, mit Leben zu erfüllen und den bislang nüchtern weiß-anthrazit-farbigem Räumen den einen oder anderen Farbtupfer zu verpassen.

Im Auftrag der RDKD und der Gemeinde Niederzier hat die kreiseigene Gesellschaft für Infrastrukturvermögen (GIS) das 4,62 Millionen Euro teure Gebäude errichtet. „Wir haben trotz erschwerter Arbeitsbedingungen in der Corona-Krise nicht nur die geplante Bauzeit mit elf Monaten eingehalten“, erklärte Kaptain am Donnerstag bei der Besichtigung der fertigen Räume, sondern auch den Kostenrahmen, was Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) besonders freute, schließlich beteiligt sich die Gemeinde zu 38 Prozent (1,75 Millionen Euro) an den Baukosten.

Kreisdezernent Peter Kaptain (r.) gab Niederzier Bürgermeister Hermann Heuser einen ersten Einblick in die fertigen Räume. Die Gemeinde trägt 38 Prozent der Baukosten.
Kreisdezernent Peter Kaptain (r.) gab Niederzier Bürgermeister Hermann Heuser einen ersten Einblick in die fertigen Räume. Die Gemeinde trägt 38 Prozent der Baukosten. Foto: MHA/Jörg Abels

Der Bau der neuen Rettungs- und Feuerwache ist eine Investition in die Sicherheit der Bürger nicht nur in der Gemeinde Niederzier, sondern weit darüber hinaus. Im Herzen des Kreises an der B56 gelegen, können die Rettungssanitäter in Windeseile nicht nur die A4 und die nördlichen Dürener Stadtteile, sondern auch den Süden von Jülich erreichen. Und nach dem noch ausstehenden Bau der K35n zwischen Merken und der Bundesstraße können die in Huchem-Stammeln stationierten Fahrzeuge in Zukunft sogar auch Teile der Gemeinde Inden in wenigen Minuten anfahren. „Wir haben hier rund um die Uhr an sieben Tagen in der Woche zwei Rettungswagen stationiert“, erklärt Kaptain, dazu kommen noch ein Schwerlast-RTW und ein Krankentransportwagen, die aufgrund ihrer zentralen Lage fast ständig im Einsatz sind.

Für jedes Fahrzeug gibt es in der neuen Wagenhalle ebenso einen eigenen Stellplatz wie für die beiden Fahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr der Ortschaft Huchem-Stammeln. Sogar an die einst von der NVA der ehemaligen DDR gekaufte Feldküche der Löschgruppe wurde gedacht. Feuerwehr und Rettungsdienst finden beim Einzug in den kommenden Tagen nicht nur separate Umkleide-, Sanitär- und Ruheräume, sondern auch Besprechungs- und Schulungsräume, die sie bei größeren Einsatzlagen auch gemeinsam nutzen können. Zu den Synergieeffekten zählt zudem eine gemeinsame Waschhalle für die Fahrzeuge.

Photovoltaikanlage

Heizung und Belüftung der Räume erfolgen nach modernsten Standards. Peter Kaptain verweist auf eine Fußbodenheizung im Bereich des Sozialtraktes, die für jeden Raum einzeln gesteuert werden kann, gespeist von einer Wärmepumpenanlage. Auf dem Dach ist für die Stromversorgung eine Photovoltaikanlage geplant, die Belüftungsanlagen sind jeweils mit einer Wärmerückgewinnung ausgestattet, so dass sich die jährlichen Betriebskosten in einem überschaubaren Bereich bewegen sollten.

Mit dem Umzug aus der alten Villa der Industriellenfamilie Schoeller nur wenige Hundert Meter vom neuen Standort entfernt endet für die Mitarbeiter des Rettungsdienstes ein mehrjähriges Provisorium. Die Löschgruppe Huchem-Stammeln wartet noch viel länger auf eine neue Heimat, schließlich ist das derzeit noch genutzte Gerätehaus an der Grabenstraße mehr als 70 Jahre alt und entspricht längst nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Wehr. „Ich hoffe, dass die Attraktivität der Feuerwehr in der Bevölkerung mit dem Neubau wächst“, betonte Heuser. Aktuell verfügt die Löschgruppe über rund 20 Aktive und eine Handvoll Mitglieder in der Jugendfeuerwehr, die im Neubau auch einen eigenen Raum erhält.