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Gebühren in Niederzier: Biomüll und Beerdigungen werden billiger

Gebühren in Niederzier : Biomüll und Beerdigungen werden billiger

Alljährlich im Herbst kalkulieren die Kommunen die Gebühren für Müll, Abwasser, Friedhofsnutzung und Straßenreinigung. Und siehe da: Die Bürger in der Gemeinde Niederzier werden 2023 in vielen Bereichen entlastet.

Ins Auge sticht vor allem der Rückgang beim Bio-Müll. Die Jahresgebühr der 120-Liter-Tonne sinkt um 14,40 auf 58,80 Euro, die der 240-Liter-Tonne um 26,40 auf 106,80 Euro. Der Hintergrund ist schnell erklärt: Der für die Entsorgung zuständige Zweckverband Entsorgungsregion West (ZEW) will mit geringen Gebühren für saubere Grünabfälle die Bürger animieren, bei der Befüllung noch mehr als bisher darauf zu achten, dass keine Fremdstoffe in der Bio-Tonne landen.

Bislang berechnete die ZEW für die Entsorgung von Bio-Abfall generell knapp 91 Euro pro Tonne, ab dem kommenden Jahr wird zwischen sauberen Bio-Abfall (knapp 37 Euro), verschmutztem (86,50 Euro) und stark verschmutzten Anlieferungen (gut 117 Euro je Tonne) unterschieden. Soll heißen: Je sorgfältiger die Bürger die Bürger die Bio-Tonnen befüllen, desto weniger müssen sie auch in Zukunft berappen, zumal die ZEW bei stark verschmutzten Abfall in Zukunft einen Zuschlag von 83 Euro je Tonne für Sichtung, Verladung und Transport berechnet.

Bei der Gebühr für die Leerung der schwarzen Restmüll-Tonne bleibt derweil in der Gemeinde Niederzier im kommenden Jahr alles beim Alten. Für die 60-Liter-Tonne werden unverändert 91,80 Euro berechnet, für die 120-Liter-Tonne 140,40 und für die 240-Liter-Tonne 236,40 Euro.

Für das Schmutzwasser müssen die Bürger im kommenden Jahr zehn Cent mehr je Kubikmeter bezahlen, die Gebühr für alles, was aus Küche und Bad in den Kanal eingeleitet wird, steigt auf 3,36 Euro. Billiger wird‘s hingegen beim Regenwasser, bei dem künftig nur noch 44 Cent je Quadratmeter versiegelter Fläche berechnet werden. Das sind gut 30 Prozent oder 20 Cent weniger als bisher.

Leicht teurer wird der vergleichsweise kleine Posten Straßenreinigung/Winterdienst auf dem jährlichen Gebührenbescheid. Weil der Einsatz der Kehrmaschinen teurer geworden ist, steigt die Gebühr hier um zehn Cent.

So richtig Bewegung könnte in die Friedhofsgebühren kommen, die erstmals nach mehr als zehn Jahren an die sich deutlich veränderte Bestattungskultur angepasst werden sollen. Nach einer Berechnung der Gemeinde Merzenich, die die Kalkulation im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit für die Gemeinde Niederzier übernommen hat. Hier einige Beispiele: So soll die Bestattung in einem Wahlgrab in Zukunft mehr als 500 Euro billiger werden. Statt 2440 sollen nur noch 1917 Euro fällig werden. Noch deutlicher könnte die Ersparnis bei einem Rasenwahlgrab ausfallen. Statt 3280 sollen hier in Zukunft nur noch knapp 2000 Euro berechnet werden, bei einem Rasenreihengrab statt 2190 nur noch 1741 Euro.

Allerdings sieht die Vorlage auch Preiserhöhungen vor. So soll das Reihengrab für Erwachsene 312 Euro teurer werden und in Zukunft 1662 Euro kosten, das Urnenreihengrab statt bislang 1000 in Zukunft 1230 und die Bestattung in einem Aschenstreufeld 987 statt 650 Euro.

Während sich die Fraktionen im Haupt- und Finanzausschuss bei den Bereichen Abfall, Abwasser und Straßenreinigung einig waren, wurde die Entscheidung über die Friedhofsgebühren bis zur Ratssitzung am 15. Dezember vertagt. Einzig die CDU signalisierte, dem Vorschlag der Merzenicher Berechnung folgen zu wollen.