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Kreuzau: Nideggener demonstrieren gegen Windräder in Kreuzau

Kreuzau : Nideggener demonstrieren gegen Windräder in Kreuzau

Wütend hielten einige der 130 Demonstranten am Donnerstagabend in Kreuzau vor dem Rathaus Schilder hoch, auf denen Schriftzüge standen wie „Keine Windräder vor der historischen Stadt“. Ausschließlich Nideggener waren angereist, um ihrem Ärger über die Pläne der Gemeinde Kreuzau Luft zu machen.

Auf den Gemarkungen „Lausbusch“ und „Steinkaul“, also an der Gemeindegrenze bei Thum, sollen neun rund 200 Meter hohe Windräder gebaut werden. Ernst-August Behrens, der Organisator der Demonstration, äußerte sich verärgert über die schlechte Informationspolitik. Erst im vergangenen Jahr hätten die Nideggener zufällig durch die Aufzeichnungen einer Partei von den Plänen Wind bekommen. 500 Unterschriften seien gesammelt worden. Besonders betroffen sei etwa ein Pferdehof in weniger als 500 Meter Entfernung. Demonstrantin Andrea Fuchs machte ihrer Angst um die Zugvögel Luft: „Eine der Hauptflugschneisen der Kraniche befindet sich am Windradstandort.“

Drei Polizisten begleiteten die Demonstration, zu der 200 Personen angemeldet worden waren. Zwischenfälle gab es keine, auch nicht, als viele der Demonstranten den Sitzungssaal im Rathaus betraten, um den Ausführungen des Umweltausschusses zu folgen. Ausschussvorsitzende Astrid Hohn instruierte gleich zu Beginn der Sitzung: „Zuhörer, die nicht in der Gemeinde Kreuzau leben, dürfen sich nicht zu Wort melden. Zudem dürfen zur vorliegenden Tagesordnung aus dem Publikum in der Einwohnerfragestunde keine Frage gestellt werden.“ Zur Debatte stand die Änderung des Flächennutzungsplanes ebenso wie die Aufstellung des Bebauungsplans für die vorgesehen Flächen.

Dr. Ralf Nolten, CDU-Fraktionschef, sprach allerdings noch Aspekte wie etwa ein fehlendes Schallgutachten und die Zugvögel an, woraufhin ihm Bauassessor Rene Holländer vom ausführenden Planungsbüro VDH aus Erkelenz so gut wie möglich seinen Kenntnisstand darlegte. Da den Ausschussmitgliedern die Unterlagen, die gut 2200 Seiten umfassen, erst seit einer Woche vorliegen, wurden sämtliche Entscheidungen vertagt. Eine ausserplanmäßige Sitzung des Umweltausschusses wird es am Mittwoch, 8. April, um 19 Uhr im Rathaus in Kreuzau geben. Dann werden die Tagesordnungspunkte erneut aufgegriffen. Zudem wird sich der Rat am Dienstag, 28. April, mit dem Thema beschäftigen.

(gkli)