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Platz für zwei Sarkophage in der Nideggener Gruft

Archäologisches Gutachten liegt vor : Platz für zwei Sarkophage in der Nideggener Gruft

Die Archäologen der Universität Köln haben bei ihrer geophysikalischen Untersuchung in der Nideggener Pfarrkirche St. Johannes Baptist Hinweise auf eine Gruft unter dem Altarraum gefunden.

In dem Gutachten, das dem Heimat- und Geschichtsverein Nideggen nun vorliegt, wird ein Raum von 3,16 mal 3,43 Metern Tiefe deutlich, in dem „sogar zwei Sarkophage Platz hätten“, wie die Gutachterin Manuela Broisch-Höhner darlegt. Ein entsprechender Raum könne in einer Tiefe von 70 Zentimetern mit den Radarmessungen, die Anfang August stattgefunden haben, erfasst werden.

Das Nideggener Gotteshaus wurde im Jahr 1177 als Grabeskirche der Grafen zu Jülich errichtet. Die Jülicher hatten Nideggen zu ihrer Residenz auserkoren und auch den Kirchenbau betrieben. Die Vermutungen gehen dahin, dass der vor 742 Jahren in Aachen ermordete Graf Wilhelm IV. von Jülich hier bestattet sein könnte. Er war wie auch seine beiden Söhne auf offener Straße in einem Tumult erschlagen worden. Der ursprüngliche Zweck als Grabstätte aber war im Laufe der Jahrhunderte in Vergessenheit geraten, zumal auch das Geschlecht der Jülicher untergegangen ist, bis der Heimat- und Geschichtsverein Nideggen daran erinnerte.

Er beruft sich auf den Heimatforscher Martin Aschenbroich, der im 19. Jahrhundert ein Denkmal und Steinplatten beschrieb, die auf eine Grabgruft hindeuten. Diese Interpretation scheint „gut möglich“, sagt die Gutachterin. Die Untersuchungen haben übrigens auch keine Hinweise auf Vorgängerbauten geliefert, was auch verwunderlich wäre, denn der Grundriss von St. Johannes Baptist wurde nicht verändert und die Kirche auf dem Felsen gebaut.

Der Heimat- und Geschichtsverein berät mit Pfarrer Kurt Josef Wecker und dem Kirchenvorstand im November, ob weitere Untersuchungen möglich sind. Dazu muss auch das Bistum befragt werden. Den Lokalhistorikern schwebt vor, den Untergrund per Kamera, die durch ein kleines Loch im Altarraum in die Tiefe gelassen würde, zu erkunden.