Nideggen: Wertvolle Sammlung für das Burgenmuseum

Prachtstücke bleiben in der Heimat : Nideggener schenkt dem Burgenmuseum seine Keramiksammlung

Dietrich Schnell ist Sammler aus Leidenschaft. Kunst, Fossilien, Keramik – in seinem Zuhause in Nideggen entdeckt man an jeder Wand, in jeder Ecke eine neue Sehenswürdigkeit. 165 ganz besondere Schätze hatte der 77-Jährige in mehreren Vitrinen – bis vor kurzem.

Gebrauchsgegenstände und Zierkeramik aus acht Jahrhunderten, darunter Krüge, Töpfe und Kerzenleuchter – Dinge, mit denen man im Mittelalter gearbeitet oder Feste gefeiert hat. Die komplette Sammlung schenkte der Rentner nun dem Burgenmuseum, das am Wochenende, 14. und 15. September, sein 40-Jähriges feiert.

Im Rahmen des Festwochenendes wird auch eine Ausstellung mit den Exponaten von Dietrich Schnell eröffnet. Ihn freut, dass die Sammlung, die bei ihm seit den 1970er Jahren gewachsen ist, nun der Öffentlichkeit zugänglich ist: „So können die Bürger sehen, welche Gebrauchsgegenstände im Mittelalter zur Aufbewahrung von Lebensmitteln, Ölen oder Wasser benutzt wurde.“ Darunter ist beispielsweise auch ein Gefäß, aus dem Kranke trinken konnten – quasi der Keramik-Vorläufer der heutigen Schnabeltasse.

Besonders froh ist Schnell darüber, dass die Sammlung in Nideggen bleibt. „Hier habe ich auf der Post meine Frau kennengelernt, hier haben wir geheiratet. Ich nenne Nideggen seit 40 Jahren meine Heimat“, schwärmt der gelernte Betriebswirt und Küchenmeister. Er war in seinem Berufsleben viel auf Geschäftsreisen, war lange als Personalvermittler in der Gastronomie tätig und vermittelt auch in seiner Rente noch in kleinem Rahmen Fachkräfte aus Osteuropa.

Passion für Keramik

Seine Passion für die Keramik wurde dem 77-Jährigen wohl in die Wiege gelegt. Sein Vater war gelernter Töpfer bevor er zur Marine ging und auf der Gorch Fock stationiert war. Ein bisschen was hat Dietrich Schnell schon immer gesammelt, als ihm aber Anfang der 1970er Jahre der erste Teil seiner jetzigen Sammlung zum Kauf angeboten wurde, intensivierte sich seine Leidenschaft. „Ich habe gesammelt, wie es das Portemonnaie zuließ“, erzählt Schnell. Welchen Wert die 165 Stücke heute haben, möchte er nicht preisgeben. Nur so viel: „Es ist eine wertvolle Sammlung.“ Das bestätigt auch Museumsleiterin Luzia Schlösser: Die Exponate, an denen man die Entwicklung seit dem Mittelalter ablesen könne, hätten einen hohen Wert. Und einen lokalen Bezug zum Kreis Düren haben sie obendrein, schließlich wurden etwa 85 Prozent in Langerwehe gefertigt.

Dass nun kein einziges der Stücke mehr bei Dietrich Schnell zu Hause steht, scheint ihn nicht mit Wehmut zu erfüllen. In Sichtweite sei seine Sammlung ja immer noch, meint er lächelnd und zeigt vom Balkon aus hinüber zur Burg Nideggen.

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