Gelingt Nideggen nun ein großer Wurf?

Drei Kunstrasenplätze plus Tartanbahn : Gelingt Nideggen nun ein großer Wurf?

Um ein Haar wäre der mutmaßlich wichtigste Beschluss des Stadtrates Nideggen in dieser Woche nicht gefasst worden. Es ging um einen Förderantrag beim Land, der den Bau von drei Kunstrasenplätzen plus Leichtathletik-Umfeld in Nideggen, Embken und Schmidt mit 90 Prozent bezuschussen soll.

Die Sitzung hatte den maximal zulässigen Zeitpunkt von 22 Uhr nach drei Stunden erreicht. Aber die Abstimmung ging dann doch noch. Das wäre für die Stärkungspakt-Kommune sicher ein großer Wurf, wenn der Antrag denn Erfolg hat.

Die Förderkulisse ist – auf den ersten Blick – eher ungewöhnlich und dient der „Sozialen Integration“. Aber mit eben diesem Programm sei es der Stadt Linnich gelungen, Fördermittel für Sportstätten zu erhalten, erklärte Bürgermeister Marco Schmunkamp, der sich mit seiner Kollegin Marion Schunck-Zenker (SPD) im Nordkreis ausgetauscht hat.

Ergebnis: „Zu uns gibt es viele Parallelen.“ Schmunkamp will nun noch bis Monatsende die Gunst der Stunde nutzen und die Anträge auf den Weg bringen. Der Stadtrat erteilte ihm dazu den Auftrag. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei 1,5 Millionen Euro, von denen im Erfolgsfall 1,35 Millionen Euro das Land übernehmen würde. Den Eigenanteil von 150.000 Euro will Schmunkamp über eine angesparte Rücklage aus Mitteln der Sportpauschale beisteuern. „Dann wäre der Steuerzahler nicht belastet.“

Seit gut eineinhalb Jahren sitzen laut Bürgermeister Rat und Verwaltung mit den Vereinen und Schulvertretern zusammen und überlegen, wie es gelingen kann, die zum Teil desolaten Sportstätten zu ertüchtigen oder zu erneuern. Die drei Anlagen in Nideggen, Embken und Schmidt befinden sich allesamt an Schulstandorten.

Insofern wären neue Kunstrasenplätze, die um eine 100 bis 110 Meter lange Tartanbahn, Weitsprung- und Kugelstoßanlage ergänzt werden sollen, auch eine Investition in die Bewegungsförderung der Kinder in der Stadt, sagte Schmunkamp. In Embken befinde sich zudem ein Stützpunktverein des Programms „Integration durch Sport“, das in Kooperation mit dem Kreissportbund betrieben werde.

Und die Jugendarbeit der Stadt greife nicht selten auf Flächen und Räume in den Sportanlagen zurück. „Wir wollen ja Kinder und Jugendliche von der Straße holen, da sind die Sportareale bestens geeignet“, erklärte der Bürgermeister. Weil insgesamt die neuen Sportplätze Erwachsenen, aber auch dem Nachwuchs eine Heimat in den Stadtteilen böten, „haben wir Hoffnung, wie Linnich die Kunstrasenplätze gefördert zu bekommen“.

„Das wäre fantastisch, wenn das klappt“, sagte Schmunkamp, weil die Stadt hier einen echten Schritt nach vorn gehen könnte, nachdem sie aus finanziellen Gründen längere Zeit auf der Stelle treten musste. Auch für den vierten Sportplatz in Berg soll Geld zur Verfügung gestellt werden, wenn der Stadtsportverband zustimmt. Er soll aus anderen Mitteln für 80.000 Euro hergerichtet werden.