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Nideggener Notfallplan: Die Feuerwehr als Leuchtturm bei Stromausfällen

Nideggener Notfallplan : Die Feuerwehr als Leuchtturm bei Stromausfällen

Die Feuerwehrgerätehäuser dienen in Nideggen nun als „Leuchttürme“, die von Menschen in Not aufgesucht werden können. Die Mehrzweckhalle in Nideggen bleibt nämlich vorerst Unterkunft für Geflüchtete.

Die Stadt- und Mehrzweckhalle in Nideggen bleibt vorerst Unterkunft für Geflüchtete, obwohl es zuletzt deutlich weniger Zuweisungen gegeben hat. Diese Halle am Schulzentrum spielt daher vorerst keine Rolle, wenn es zu einer „Strom-Notlage“ kommen sollte. Das war nämlich ursprünglich einmal anders geplant. Die große Mehrzweckhalle wäre sogar die erste Adresse zumindest im Stadtgebiet Nideggen gewesen, wenn es eine größere und längere Notlage gibt. Nun haben Stadtverwaltung und Feuerwehr umdisponiert, wie im Haupt- und Finanzausschuss informiert wurde. Zum bestehenden Notfallplan wurden Maßnahmen verabredet, sollte es einen „flächendeckenden Stromausfall aufgrund einer Energiemangellage“ geben.

Die Feuerwehrgerätehäuser dienen in der Stadt als „Leuchttürme“, die von Menschen in Not aufgesucht werden können, um zum Beispiel Notrufe abzusetzen oder auch Nahrungsmittel zu erhalten. Hierzu wurden Notstromaggregate angeschafft und „aktuell sukzessive in den Gerätehäusern verbaut“, wie die Verwaltung berichtet.

„Was passiert in den Orten, in denen es keine Feuerwehrgerätehäuser gibt – wie Muldenau, Brück und Rath?“, wollte CDU-Fraktionschef Markus Fischer im Ausschuss wissen. Rolf Tauscher, Sachgebietsleiter für Sicherheit und Ordnung, antwortete, dass sich Hilfesuchende aus Rath und Brück nach Nideggen begeben sollten, während für Muldenau die Feuerwehr in Embken die richtige Adresse ist.

Bei einem Stromausfall gibt es auch ein Wärmeproblem und den möglichen Bedarf einer „Wärmestube“. Hier wäre eigentlich die Mehrzweckhalle die optimale Lösung, die derzeit aber nicht zur Verfügung steht. Dennoch würde im Notfall eine solche Einrichtung an anderen Stellen des Schulzentrums, Konrad-Adenauer-Straße, eingerichtet. Hier kann laut Rolf Tauscher eine große Turbinen-Notheizung, wie man sie aus Festzelten kennt, ausreichend Fläche mit Wärme versorgen.

Daneben kämen auch die Bürgerbegegnungsstätte in Berg und die Festhalle in Abenden in Betracht, weil dort Küchen vorhanden sind und damit die Möglichkeit besteht, Speisen zuzubereiten. Diese „Wärmestuben“ aber sind noch nicht abschließend untersucht. Der Ausschuss bat Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) und die Verwaltung nach dieser Untersuchung um verbindliche Informationen, die allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden müssten.

In der Sitzung ließ sich der Haupt- und Finanzausschuss auch ein Update darüber geben, wie sich die Flüchtlingssituation derzeit im Stadtgebiet darstellt und wann mit weiteren Notunterkünften zu rechnen ist. Die Verwaltung erklärte, dass sich die Zahl der Zuweisungen nicht wie befürchtet entwickelt habe, aber das nur ein Zwischenzustand sei, es sei mutmaßlich „die Ruhe vor dem Sturm“.

Der Bürgermeister berichtete, dass er den Mietvertrag über eine Containeranlage unterschrieben habe, in der 50 Menschen untergebracht werden können und die hinter der Mehrzweckhalle aufgebaut werden soll. Sie wird vermutlich im Februar geliefert.

Darüber hinaus werde die Stadt auch zwei bis drei Wohncontainer für jeweils acht Personen kaufen, die im Bereich Eschaueler Weg (Schmidt) zu stehen kommen.

Die geplanten Holzständerbauten an der Rather Straße sind noch Gegenstand von Schallschutzuntersuchungen. Sie könnten als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt werden, erklärte Marco Schmunkamp. Es sei aber noch zu klären, ob diese Bauten später einmal auch zu anderen Wohnzwecken genutzt werden dürfen, da sich der Sportplatz in unmittelbarer Nähe befindet. Daher sei die Schallfrage zu prüfen.

Der Verwaltungsleiter sagte dem Ausschuss zu, dass die marode frühere Flüchtlingsunterkunft an der Rather Straße 60 „noch vor Weihnachten abgerissen wird“.