Das Nideggener Burgenmuseum feiert 40-Jähriges Bestehen

40 Jahre Burgenmuseum : Wechselausstellungen und Workshops

„Das Leben im Mittelalter war hier lebendig“, erinnerte Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU) auf Burg Nideggen. Dann aber blickte er nur 40 Jahre zurück. So lange gibt es nämlich auf dem Fried das Burgenmuseum, dessen Jubiläum gefeiert wurde.

Und in diesen vier Jahrzehnten haben die wehrhaften Gemäuer mit Sicherheit mehr Menschen besucht als in den Jahrhunderten davor seit ihrer Erbauung 1177. Allein 42.000 Besucher waren es im Jahr 2018. Damit ist die Einrichtung das meistfrequentierte Museum der Region. Und dies sei nicht zuletzt seiner Direktorin Luzia Schlösser zu verdanken, unterstrich Spelthahn, der sich mit der Kulturausschuss-Vorsitzenden des Kreistages, Käthe Rolfink, bei der Museumsleiterin mit 17 Rosen – einer für jedes Jahr ihres Wirkens – bedankte.

Die passende mittelalterliche Musik bei der Feierstunde bot das Mhylsteyn Duo auf historischen Instrumenten. Im Burghof boten Schmiede, Gürtler, Täschner, Schuhmacher, Steinmetz, Schreiner, Schnitzer, Holzbildhauer, Schildbauer, Drechsler, Töpfer und Stoffdrucker auf einem Markt die verschiedensten Waren an.

Der gute Ruf hat das Haus auch für Schenkungen interessant gemacht. So übergab der Nideggener Sammler Dietrich Schnell dem Burgenmuseum über 165 Exponate seiner Keramik-Sammlung von der Antike bis zur Neuzeit. Diese können jetzt im Rahmen der Ausstellung „Den guten Ton finden!“ bewundert werden.

17 Rosen für die Jahre ihres Wirkens als Leiterin des Burgemuseums erhielt Luzia Schlösser von Landrat Wolfgang Spelthahn und Kulturausschuss-Vorsitzenden des Kreistages Käthe Rolfink. Foto: Axel Keldenich

Ebenfalls im Burgenmuseum dokumentiert eine Fotoausstellung aus dem Nachlass von Kreisbaudirektor Ernst Matthes den Wiederaufbau der Burg ab 1946, für den Mathes sich seinerzeit engagiert einsetzte.

Am 14. August 1979 eröffnete der damalige Landrat Johannes Kaptain das erste Burgenmuseum der Eifel. Seit 2002 existiert hier eines von vier Besucherzentren des Interreg-Projektes „Burgen und Festungen in der Euregio“, zu dem auch das audiovisuelle Burgenmodell gehört. Seitdem gehören unterschiedliche Wechselausstellungen, Veranstaltungen und Workshops zum Programm und Schenkungen und Ankäufe von Exponaten erweiterten den Fundus.

(kel)
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