Neuer Leiter bei der Vettweiser Feuerwehr: Neustart mit Nachwuchs, Nachholbedarf bei Gerätehäusern

Neuer Leiter bei der Vettweiser Feuerwehr : Neustart mit Nachwuchs, Nachholbedarf bei Gerätehäusern

Die für den Herbst geplante Kinderfeuerwehr sowie die Gebäude der Brandschützer sind Themen, die den neuen Leiter der Wehr beschäftigen

 Als neuer Wehleiter der Feuerwehr in Vettweiß hat Daniel Strack, der hauptberuflich den gemeindlichen Bauhof leitet, rund 300 Leute unter sich: 159 Mitglieder zwischen 18 und 60 Jahren, 52 in der Jugendfeuerwehr (10 bis 17 Jahre) und 82 Personen in der Ehrenabteilung. Im Herbst sollen 20 bis 25 weitere hinzukommen – die Gründung einer Kinderfeuerwehr steht kurz bevor.

Anmeldungen im Stundentakt

Das Interesse bei den Kleinsten ist groß. „Am ersten Tag kamen die Anmeldungen im Stundentakt“, freut sich Strack, der noch wenige Plätze zu vergeben hat. „Wir hatten uns diesen Boom erhofft. Eine Kinderfeuerwehr ist der einzige Weg, um langfristig den Nachwuchs zu sichern“, ist er überzeugt.

Das ist ihm und seinen Kameraden besonders wichtig, da die Anforderungen an die Ehrenamtlichen stetig steigen. Bis 2016 habe es zwischen 65 und 70 Einsätzen pro Jahr gegeben. 2017 waren es dann 100, 2018 stieg die Zahl auf 131 und in diesem Jahr sind es schon jetzt knapp 120. „Früher sind wir einmal in drei Wochen ausgerückt, mittlerweile dreimal in einer Woche.“ Dafür sieht Strack zwei Hauptgründe: Die trockenen Sommer im vergangenen und in diesem Jahr haben für Flächenbrände gesorgt. Außerdem gibt es auf den volleren Straßen deutlich mehr Unfälle als früher.

In Vettweiß kommt außerdem hinzu, dass die Gemeinde wächst und neben Neubaugebieten auch weitere Gewerbeflächen entstehen. Auf das erhöhte Einsatzaufkommen muss die Wehr flexibel reagieren. Der Großteil der Kameraden arbeitet auswärts und ist nicht so schnell verfügbar. Strack ist deshalb froh, dass viele seiner Mitarbeiter vom Bauhof ebenfalls in der Feuerwehr aktiv sind. „So arbeitet ein Grundstock bei der Gemeinde selbst, da werden wir auch in Zukunft drauf achten.“

Dass er selbst auch Gemeindeangestellter ist, erleichtere vieles. Die Dienstwege zwischen Verwaltung und Feuerwehrleitung seien deutlich kürzer, Absprachen daher schneller geworden. Mit Christian Malsbenden gibt es nun im Ordnungsamt einen Zuständigen für Feuerschutz. Damit hat die Gemeinde auch auf das Problem der Beschaffung reagiert. Teilweise mussten Neueinsteiger, die bei der Feuerwehr anfangen wollten, in der Vergangenheit mehrere Monate warten, bis sie mit Schutzkleidung ausgestattet waren und loslegen durften. „Hochmotivierten Neuen gibt das natürlich einen Dämpfer“, erinnert sich Strack und freut sich, dass dem nicht mehr so ist.

Zukünftig werden auch die Gerätehäuser der Gemeinde Thema werden. Im Zentralort herrsche Nachholbedarf, aber gerade im Neffeltal hätten die Häuser eine schlechte Substanz, meint Strack. Wo der meiste Nachholbedarf besteht, soll auf Wunsch der Feuerwehrleute eine externe Firma beurteilen. Die Ehrenamtlichen wollen eine neutrale Beurteilung auch in Sachen Fahrzeuge und Gerätschaften. Um den nächsten Feuerwehrbedarfsplan extern schreiben zu lassen, habe die Gemeinde schon zwei Firmen eingeladen, berichtet Strack.

Das sind spannende aber auch umfangreiche Aufgaben für Daniel Strack. „Ich war mir bewusst, dass es viel Arbeit ist, aber es ist richtig viel Arbeit“, sagt er und lacht.

(wel)
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