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Düren: Neues Autismuszentrum am Birkesdorfer Marienhospital

Düren : Neues Autismuszentrum am Birkesdorfer Marienhospital

„Es gibt eine sehr hohe Nachfrage an Therapieplätzen für autistische Kinder”, sagt Rolf Emmerich, Geschäftsführer des Therapiezentrums Düren-Nordeifel und der Lebenshilfe in Zülpich. „Umso mehr freuen wir uns, dass es jetzt auch in Düren ein Autismuszentrum gibt.”

Genauer gesagt in Birkesdorf, am Marienhospital in der Hospitalstraße 44.

Bislang, erklärt Rolf Emmerich, mussten Eltern mit einem autistischen Kind in die Autismuszentrum nach Aachen oder Köln fahren. „Und dort gab es Wartezeiten bis zu anderthalb Jahren.” Das neue Autismuszentrum wird von Sylvia Wollerich geleitet, weitere Therapeuten sind Marius Görgen und Simon Beyer; Sabine Michels kümmert sich um die kaufmännischen Belange des Zentrums. Das Zentrum hat schon im Frühjahr 2010 seine Arbeit aufgenommen, ist aber erst jetzt in den Paritätischen Wohlfahrtsverband in Düren aufgenommen worden.

Im Augenblick 26 Patienten

„Derzeit”, sagt Sylvia Wollerich, „behandeln wir 26 Kinder und Jugendliche zwischen drei und 21 Jahren.” In der Regel kommen die Patienten einmal in der Woche ins Therapiezentrum. Wollerich: „Es ist uns wichtig, die Kinder und Jugendlichen gezielt zu fördern. Mit Spiel- und Gesprächstherapie, aber auch mit Bewegung und Musik. Die soziale Interaktivität muss verbessert werden.”

Gleichzeitig, sagt Wollerich, müssten die Kinder und Jugendlichen auch in die Lage versetzt werden, die erlernten Hilfen in ihren Alltag zu übertragen. „Deswegen besuchen wir auch regelmäßig die Kindergärten und Schulen und beziehen auch die Eltern in unsere Therapie mit ein”, berichtet Wollerich. „Und natürlich wollen wir die Eltern auch entlasten.” Autismus, führt die Sozialpädagogin weiter aus, werde heute immer früher diagnostiziert. „Das ist natürlich eine lebenslange Beeinträchtigung. Es gibt aber sehr vielfältige Fördermöglichkeiten, um Autisten bei der Bewältigung ihres Lebens erfolgreich zu helfen”, sagt Wollerich.

Ziel sei es, Menschen mit Autismus zu unterstützen, ihr Entwicklungspotenzial zu entdecken und Freude an Kommunikation zu empfinden. „Und bei uns gibt es keine Wartezeiten.” Darüber hinaus bieten die Mitarbeiter des Dürener Autismuszentrums auch regelmäßig Elterntreffen an. Und eine erste Selbsthilfegruppe hat sich bei der Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes gegründet und wird von den Mitarbeitern des Autismuszentrums betreut.

Kostenträger für die Therapie ist übrigens der Kreis Düren, auch bei der nötigen Antragstellung sind die Mitarbeiter des Autismuszentrums behilflich.

Am Freitag, 16. Dezember, findet im neuen Autismus-Zentrum in Birkesdorf, Hospitalstraße 44, ein „Tag der offenen Tür” statt.

Von 11 bis 15 Uhr besteht die Möglichkeit, Therapie- und Anschauungsmaterialien auszuprobieren und sich die Arbeit der Therapeuten mit den unterschiedlichen Förderansätzen erklären zu lassen.

Außerdem gibt es eine Lesung mit Nicole Schuster, die selbst Autistin ist und über das Leben mit dieser Krankheit schreibt.

Weitere Infos gibt es unter Tel. 02421/8056777 und im Internet.