Düren: Neueröffnung im zweiten Anlauf

Düren: Neueröffnung im zweiten Anlauf

Was lange währt, wird endlich gut: Die Dürener Tafel ist umgezogen und eröffnet am kommenden Montag ein neues Ladenlokal an der Bücklersstraße. Die bisherigen Ausgabestellen im Stadtgebiet werden nicht mehr angefahren.

Das alte Lager in der Nordstadt wurde aufgegeben, da es zu klein war und nicht mehr den Anforderungen entsprach. Die ehrenamtlichen Helfer der Tafel versorgen derzeit etwa 2000 bedürftige Kunden pro Woche mit Lebensmitteln.

Mit dem neuen Konzept des Ladenlokals möchte die Tafel ihre Kräfte bündeln und auch die Mitarbeiter effizienter einsetzen. Zudem sollen durch eine zentrale Ausgabe auch Fahrtkosten eingespart werden. Die Tafel orientiert sich dabei an Konzepten, die in anderen Städten bereits erprobt wurden.

Gegen eine geringe Gebühr (1 Euro für ein bis zwei Personen, 1,50 Euro ab drei Personen) gibt es Lebensmittel direkt in der zentralen Anlaufstelle. „So können sich unsere Mitarbeiter die Touren zum Abholen der Ware bei den Spendern viel besser einteilen”, erklärt Tafel-Vorsitzende Edith Becker. Bislang wurden oft große Umwege in Kauf genommen, damit an bestimmten Tagen in bestimmten Stadtteilen Ware zum Verteilen vorhanden war.

Ursprünglich plante die Tafel, ihr Ladenlokal in der Alten Druckerei an der Pletzergasse zu eröffnen (wir berichteten). Wie sich erst spät im Planungsprozess herausstelle, hätte die Tafel für die Stellplätze ihrer Transporter jährlich 18.000 Euro aufbringen sollen, sagt Edith Becker. Die Wagen stehen dabei seit Jahren abends auf dem Parkplatz eines Supermarktes, der die Arbeit der Tafel unterstützt. „Es gab Kritik von Geschäftsleuten, aus der Politik und aus der Bevölkerung”, berichtet Edith Becker.

Die Tafel habe daher im Stillen einen geeigneteren Platz gesucht. Fündig wurde sie an der Bücklersstraße in den Räumen einer ehemaligen Videothek. Die ersten Ferienwochen über werkelten die Tafelhelfer fleißig, um zur Eröffnung alles herzurichten. Am morgigen Sonntag wird in kleinem Kreis Eröffnung gefeiert.

Etwa 30.000 Euro hat die Dürener Tafel in das 580 Quadratmeter große neue Ladenlokal investiert. Gekauft wurden Kühlschränke für 3.500 Euro, ein Unternehmer spendete vier nicht mehr genutzte Gefriertruhen, ein Kreditunternehmen überließ der Tafel Schreibtischkombinationen einer aufgelösten Filiale.

Das „Hauptquartier” ist so eingerichtet, dass es künftig auch als Büro und Besprechungsraum dienen kann. Bislang trafen sich die Helfer im Lendersdorfer Pfarrheim. Ein Vorhang trennt Ausgabebereich mit Theke von Aufenthaltsraum.

„Ein festes Team von sechs Personen wird künftig bei der Ausgabe im Einsatz sein”, sagt Edith Becker. Die Helfer holen morgens die Ware bei den Spendern ab, nachmittags werden die Lebensmittel verteilt. „Das Team ist vorbereitet, es kann losgehen.”

Waren werden fortan zu folgenden Zeiten im Ladenlokal an Bedürftige vergeben - Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 14 bis 16 Uhr. Neuanmeldungen werden mittwochs von 14 bis 15 Uhr angenommen. Ebenfalls mittwochs beliefert die Tafel kranke Menschen. Die Ausgabestelle in Merzenich, am Lindenplatz, wird weiterhin jeden Samstag um 15.30 Uhr angefahren, ebenso die Ausgabestelle an der Burg in Kreuzau (samstags 15.30 Uhr).

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