Düren: Neuer Standort für Dürens Stadtmuseum wohl gefunden

Düren: Neuer Standort für Dürens Stadtmuseum wohl gefunden

Selbst für die Mitglieder des Kulturausschusses kam die Mitteilung von Dezernent Thomas Hissel überraschend. Auf der Suche nach einem dauerhaften Standort für das Dürener Stadtmuseum scheint man nun fündig geworden zu sein.

Als zusätzliche Option denkt die Verwaltung darüber nach, das Museum im historischen Verwaltungsgebäude an der Schenkelstraße unterzubringen, das derzeit noch vom Ordnungsamt der Stadt genutzt wird.

Ursprünglich hatten der Trägerverein und die Stadt einen Standort in der Josef-Schregel-Straße favorisiert, und zwar das ehemalige Bettenhaus Thiemonds. Das verfügte nicht nur über ausreichend Platz, sondern konnte zudem noch mit 50er-Jahre-Charme überzeugen und hätte nebenbei noch für eine Aufwertung des innenstadtnahen Bereichs gesorgt, die politisch gewollt ist.

Der bereits beschlossene Ankauf droht aber zu scheitern. Ein entsprechendes Wertgutachten für das Gebäude soll weit unter der Kaufsumme liegen, die die Eigentümer gerne erzielen würden. Als Alternative schlägt die Verwaltung deshalb jetzt das ehemalige Schulhaus der reformierten Gemeinde von 1833 im klassizistischen Baustil vor.

Dezernent Thomas Hissel: „Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.“ Soll heißen: Die Stadt muss das Gebäude aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen, und weil das Gebäude für das Ordnungsamt inzwischen zu klein geworden ist, ohnehin spätestens bis zum Frühjahr 2019 räumen. Bei einem Ortstermin mit dem Museumsverein hat der Vorstand bereits Zustimmung signalisiert.

Weil das ehemalige Schulhaus sowieso saniert werden sollte, sind die entsprechenden Gelder dafür im Haushalt bereits eingestellt. Auch mit der Denkmalbehörde ist ein notwendiger Umbau bereits besprochen. So könnten nicht tragende Zwischenwände wieder entfernt werden, um Platz für Ausstellungsflächen zu schaffen. Die notwendige Barrierefreiheit könnte mit einem Aufzug hergestellt werden. Zudem gibt es ein weiteres Hallengebäude, das als Lager und Archiv genutzt werden könnte, listete Hissel die Vorteile auf.

„Dieser Standort böte eine langfristige Perspektive, und das für alle zu bestmöglichen Rahmenbedingungen“, betonte Hissel. Bürgermeister Paul Larue (CDU) warb ebenso für diesen Vorschlag, den er auch als deutliches Signal „auf uns kann man sich verlassen“ an den Trägerverein des Stadtmuseums versteht. Schon in der kommenden Ratssitzung soll ein Grundsatzbeschluss gefasst werden, der Ausführungsbeschluss dann nach der Sommerpause erfolgen. Ein Umzug des Stadtmuseums an den neuen Standort dürfte dann frühestens Anfang 2020 erfolgen können.

Gerade die langfristige Perspektive an diesem Standort, lobte Kulturausschussvorsitzende Verena Schloemer (Grüne), sei besonders wichtig, weil sie dem Trägerverein des Stadtmuseums neue Förderkulissen eröffnen würde. Hinzu komme, sagte Liesel Koschorreck von der SPD, dass das Gebäude zentral liege und sich in die „Kulturmeile“ Pleußmühle und Komm-Zentrum, Papiermuseum und Hoesch-Museum einreihen würde. Die Historie dieses Gebäudes in Verbindung mit Resten der Stadtmauer im rückwärtigen Bereich spricht auch aus Sicht von Rainer Guthausen (CDU) für den neuen Standort.

Verwaltungsneubau

Die überraschten Kulturausschussmitglieder votierten nach den Jahren der Auseinandersetzung um einen dauerhaften Standort, der ursprünglich noch den Ankauf des Gebäudes an der Arnoldsweilerstraße vorgesehen hatte, jedenfalls einstimmig für diese Lösung.

In einem anderen Zusammenhang gehen die Planungen der Stadt nach Informationen unserer Zeitung noch einen Schritt weiter. Für fünf Jahre soll das Ordnungsamt in einem angemieteten Gebäude untergebracht werden.

Weil es dann nicht an die Schenkelstraße zurückziehen kann, wird über einen Verwaltungsneubau nachgedacht. In dem könnten alle Technischen Abteilungen untergebracht werden. So stünden im Rathaus am Kaiserplatz ausreichend freie Kapazitäten zur Verfügung, um beispielsweise das Ordnungsamt unterzubringen.

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