Berzbuir: Neuer Rekord beim Weihnachtsbaum-Weitwurf

Berzbuir: Neuer Rekord beim Weihnachtsbaum-Weitwurf

Wenn es ums Weihnachtsbaum-Weitwerfen geht, hat Torsten Mugele den Dreh raus. Dreimal bereits konnte er sich in die Siegerliste der „Internationalen Deutschen Meisterschaft“ im Rahmen des Weihnachtsmarktes der St.-Anna-Schützen in der heimeligen Atmosphäre des Bauschhofes eintragen.

Und auch bei der sechsten Auflage des 2012 von Friedel Lövenich ins Leben gerufenen Juxwettbewerbs war der Sohn des Bauschhof-Besitzers Hermann Mugele, der den Schützens alljährlich sein Anwesen Verfügung stellt, nicht zu schlagen.

Während die meisten versuchen, den Tannenbaum wie einen Speer zu werfen, und ein paar wenige Teilnehmer sich im Drehschleuderwurfversuchen, vertraut der wahre Champion auf die „Schwungtechnik“. „Mit der Speerwurftechnik komme ich nicht so gut zurecht“, verrät er und fügt mit einem Augenzwinkern hinzu: „Die eigentliche Erfolgsformel aber ist an der Theke zu finden, schließlich müssen die Muskeln auf Temperatur gebracht werden.“

Ob das „Doping“ mit Glühwein oder „Berzbuirer Eierpunsch“ entscheidend war, sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall wuchtete Torsten Mugele den für die Herrenklasse wieder einmal auf exakt 5,2 Kilogramm getrimmten Weihnachtsbaum — der Frauenbaum wiegt drei Kilo — auf die neue Rekordweite von 13,89 Meter. Damit verbesserte er die ebenfalls von ihm gehaltene alte Bestmarke (10,99 Meter) um knapp drei Meter, so dass die Organisatoren im kommenden Jahr wohl die bislang 15 Meter lange Wurfarena erweitern müssen.

Beim Messen der Weiten — ausschlaggebend ist nicht die Lage der Baumspitze, sondern des Stamms — überlassen die Anna-Schützen nichts dem Zufall und setzen auf eine unbestechliche Lasertechnik. An der neuen Rekordmarke bissen sich auch die wieder zahlreich vertretenen Highländer aus Kreuzau und Stolberg die Zähne aus, obwohl auch sie sich mit Baumstammwerfen bekanntlich bestens auskennen. Zweiter wurde Sascha Kisters, der mit seinen 11,76 Metern ebenso noch über der alten Bestweite lag wie der Drittplatzierte Ecky Messerschmidt (11,31 Meter).

Der Weihnachtsmarkt in Berzbuir, von den Anna-Schützen um den Vorsitzenden Dietmar Hacky selbstbewusst als romantischster in Düren bezeichnet, hatte neben dem Weihnachtsbaum-Weitwerfen wieder einiges zu bieten. Die verschiedensten Kunsthandwerker boten in den früheren Ställen des alten fränkischen Viereckhofes ihre Waren an, das Jugendblasorchester Lendersdorf, die Brassband Erftblech und eine Dudelsackgruppe aus Weilerswist sorgten für besinnliche Stimmung, die am Samstagabend erneut mit einem Feuerwerk gekrönt wurde, exakt 17,3 Minuten lang, wie Friedel Lövenich betonte.

Dietmar Hacky und seine Schützen blicken aber auch bereits voraus auf das kommende Jahr. Dann werden in dem kleinen Ort gleich zwei Jubiläen gefeiert: 650 Jahre Berzbuir und 125 Jahre St.-Anna-Schützen. Los geht‘s mit dem Berzberger Hauskonzert am ersten Aprilsamstag, gefolgt vom Kapellenfest im Mai, dem Schützenfest im August, dem Oktoberfest und natürlich dem Weihnachtsmarkt am zweiten Adventswochenende, an dem Torsten Mugele natürlich versuchen wird, seinen Titel als bester Weihnachtsbaum-Weitwerfer Deutschlands zu verteidigen.

Mehr von Aachener Zeitung