Winden: Neuer Kunstrasenplatz: Der „heilige Rasen“ von Winden

Winden: Neuer Kunstrasenplatz: Der „heilige Rasen“ von Winden

Zunächst wirkte der Sonntagmorgen etwas trostlos, doch in dem Moment, als Ottmar Boltersdorf, der 1. Vorsitzende des Vereins für Volks- und Jugendspiele 1902 Winden, das Mikrofon ergriff, brach die Sonne durch die Windener Wolkendecke. Als hätte der Fußballgott zuvor erst einmal interessiert begutachtet, was sich da im beschaulichen Winden zutrug, wurden die Massen, welche zum neuen Kunstrasenplatz geströmt waren, belohnt.

Eben dieser Kunstrasenplatz wurde eingeweiht. „Flutlichtelemente, 400 Meter Gräben für Leitungen, Pflasterungen“ — nur einige der Komponenten, die durchdacht werden mussten, noch bevor das eigentliche Kunstrasenprojekt begonnen werden konnte, wusste Boltersdorf zu berichten: „900 Quadratmeter Pflasterarbeiten an der gesamten Anlage haben wir hinter uns, ich habe bestimmt 27 E-Mails pro Tag geschrieben. Unseren Mannschaften ist nur alles Gute auf diesem Geläuf zu wünschen, endlich konnte es fertiggestellt werden.“

Landrat Wolfgang Spelthahn, Schirmherr des Projekts, durfte nun das Resultat bestaunen: „Es fühlt sich an wie ein Teppich!“ Außerdem stellte er klar: „Ottmar Boltersdorf ist für mich Vater des gesamten Projekts.“

Ein großer Dank gehe auch an die Ehrenamtler und Helfer, denn „hier wird Kindern und Jugendlichen Perspektive geboten.“ Spelthahn betonte, dass „dieses tolle Projekt in keiner Großstadt möglich“ gewesen wäre. Es sei ein Beweis für „intaktes Gemeinwesen“, wenn „der Kirmesverein mithilft zu pflastern“ oder „die Feuerwehr den Rasen bewässert“.

„Wir stehen in Sonnenschein und Regen zusammen und diese Stärke muss man erhalten“, schlussfolgerte Wolfgang Spelthahn.

Kreuzaus Bürgermeister Walter Ramm übernahm das Mikrofon und erklärte: „Was lange währt, wird endlich gut. Die Gemeinde Kreuzau hat mit 200.000 Euro das Projekt größtenteils finanziert. Dabei stand nie infrage, dass dies eine gute Investition in die Gesundheit unserer Jugend ist. Es blieb lediglich die Frage, ob wir uns das leisten können — Sie wissen selbst, wie es um unsere Kassen steht.“ Er „hoffe sehr, dass der Verein immer genügend Mitstreiter“ finde, um den neuen Platz auch in gutem Zustand zu erhalten.

Ortsvorsteherin Helga Meier verkündete unter frenetischem Jubel: „Nicht nur Wembley, sondern auch Winden hat jetzt einen heiligen Rasen!“ Und wie sich das für einen „heiligen“ Rasen gehört, wurde dieser anschließend auch von Pfarrer Walter Hütten mit Weihwasser eingeweiht: „Kirche ist, wo die Menschen sind — und davon sind heute ausgesprochen viele an diesem Platz.“

Weiterhin können Interessierte Platzpatenschaften übernehmen. Bereits ab zehn Euro kann man den Verein mitsamt Platz unterstützen. Geld, das der Verein sicherlich gut gebrauchen kann, da sich erst im Laufe der Umgestaltungsarbeiten höhere Kosten herausstellten, als noch bei der Bodenanalyse vor rund einem Jahr angenommen.

Der durch mehrere Bodenproben gebildete Wert von im Schnitt 40 Zentimeter Mutterboden, welcher abgetragen und aufgefüllt werden musste, entsprach aufgrund von Bombenlöchern letzten Endes nicht den Tatsachen und so mussten im Schnitt sogar 70 Zentimeter Mutterboden ersetzt werden — ein Unterschied, welcher im Endeffekt rund 30.000 Euro Mehrkosten verursachte.