Neuer Dorfplatz in Kreuzau soll vor Schule entstehen

Masterplan in Kreuzau : Ein neuer Dorfplatz mit Bühne und Terrasse?

Ein neuer Dorfplatz soll vor der Grundschule im Bereich zwischen Haupt- und Von-Torck-Straße entstehen, mit Bühne und genügend Raum für Stühle bei Veranstaltungen aller Art. So lautet das Grundkonzept für den Zentralort.

Wie die jetzige von Steinmauern dominierte Fläche im Zuge des Masterplans in einigen Jahren aussehen wird, können und sollen die Bürger mitentscheiden. Als erste Anregung hat die Verwaltung mit dem zuständigen Aachener Planungsbüro auf dem dritten Masterplan-Bürgerforum zwei mögliche Varianten vorgestellt, ohne eine Präferenz vorzugeben.Rund 60 Bürger inklusive einiger Ratsmitglieder suchten den Austausch mit dem Planer Jan Siebenmorgen, der zwei konträre Visionen erläutert hatte, die von niemandem komplett abgelehnt wurden.

Multifunktionale Überdachung

Die erste Vision erinnert an den Aachener Elisengarten, wie Siebenmorgen veranschaulichte. Die dortige Fläche ist terrassenförmig mit Sitz- und Grünflächen angelegt. So könnte also der Bereich aussehen, in dem heute das Wasserspiel aus Mühlensteinen steht. „Der Raum ist mit Mauern verstellt und in seiner Gesamtfläche nicht nutzbar“, sagte Siebenmorgen zur aktuellen Situation. Die Terrasse, die zwischen 15 und 60 Zentimeter hoch liegen soll, könnte bei einer Veranstaltung als Art Tribüne dienen. Gerichtet wäre sie auf eine öffentliche Überdachung, die multifunktional als Bühne genutzt werden könnte und ebenfalls Sitzmöglichkeiten biete. Zusätzlich soll nebenan eine Spielfläche für Kinder entstehen. Der jetzige Wetterschutz zeigt zur Grundschule und ist mit Mauern vom öffentlichen Platz getrennt.

Die zweite Vision enthält viele Elemente der ersten, folgt aber einer anderen Anordnung — entgegen Variante A würde eine runde Ausrichtung das geradlinige Ortskernmuster entlang der Hauptstraße „bewusst aufbrechen“, wie Siebenmorgen sagte. Die Terrasse ist bei Variante B kein Thema, außerdem würde die Überdachung zweigeteilt: Der größere Part wäre gen Grundschule gerichtet, der kleinere würde auf dem Platz stehen, wo heute das Wasserspiel installiert ist. Dieser überdachte Teil wäre dann eine Tribüne, davor böte sich Platz für das Publikum einer Veranstaltung. Die öffentliche Spielfläche für Kinder würde zum einen vor der größeren Überdachung installiert, zum anderen auf der Fläche rechts neben dem Eingang der Grundschule.

Verwaltung und Planer Siebenmorgen notierten fleißig die Vorschläge der Bürger. Manchen regten an, das Wasserspiel zu erhalten oder ein neues zu installieren. In den aktuellen Überlegungen wurde es gestrichen. Wenn es härtere Kritik an den Visionen gab, dann an der Variante A, weil sie in den Augen mancher Senioren nicht barrierefrei genug sei, was Jan Siebenmorgen auch einräumte. Von Lehrern der Grundschule gab es positive Rückmeldungen, weil sie bereits unabhängig vom Masterplan ihren Schulhof umgestalten wollten und Ideen der Kinder eingeholt hatten — die vorgestellten Visionen hätten aber eine ganz andere Qualität als die Ideen der Schule. Bei der finalen Planung wird es darum gehen, den öffentlichen (Spiel-)Raum vom Grundschulbereich zu trennen. Denn der Schulhof darf erst frühestens ab 16 Uhr von allen genutzt werden.