Vettweiß: Neue Pfarre St. Marien Vettweiß erhält die Tradition

Vettweiß: Neue Pfarre St. Marien Vettweiß erhält die Tradition

Den neuen Namen lieferte das Wappen der Gemeinde Vettweiß: Es zeigt eine Madonna mit Jesuskind. Darum war der Name der einen Pfarre, in der alle zehn bisher bestehenden katholischen Gemeinden aufgehen sollen, rasch klar: St. Marien.

Mit einer Festmesse im Vettweißer Gotteshaus St. Gereon an diesem Sonntag, 7. März, 10 Uhr, tritt St. Marien offiziell ins Leben. Eines betont Pfarrer Gerd Kraus direkt: „Alle zehn Kirchen behalten ihr Patrozinium.” Gewachsene Traditionen wie zum Beispiel die Oktav an der Lourdes-Grotte von Soller sollen geachtet werden. Die Schutzheiligen werden keineswegs „amtsenthoben” - was für St. Amandus in Müddersheim und St. Petrus in Gladbach ebenso gilt wie für St. Michael in Kelz und St. Antonius in Ginnick.

Ansprechpartner in den Orten

Gleichwohl wird St. Marien eine Zentralkirche haben: St. Gereon und das „Weiße Haus”, das Pfarramt. Dennoch soll es weiterhin möglich sein, bei den bisherigen Ansprechpartnern in den Ortschaften Messen zu bestellen. So genannte Kasualien müssen aber in Vettweiß angemeldet werden.

Politische und kirchliche Gemeinde sind offiziell schon seit dem Neujahrstag 2010 in Vettweiß deckungsgleich - wie übrigens auch im Fall der Nörvenicher Pfarre St. Josef, die zusammen mit St. Marien eine Gemeinschaft der Gemeinden bildet. Die priesterlichen Dienste in St. Marien deckt Pfarrer Kraus mit dem in Düren lebenden Subsidiar Paul Henrichs ab. Ebenfalls in der Kreisstadt lebt der aus Vietnam stammende Pfarrer Vincenz Van Tung, der von Fall zu Fall in und um Vettweiß die Messe feiern soll. Betroffen sind rund 6500 Gläubige. Die meisten Katholiken (etwa 1500) leben im Kernort, 1000 weitere in Kelz. Die weiteren Gemeinden umfassen jeweils zwischen 300 und 500 Christen.

Nicht unberührt lassen Kraus und den stellvertretenden Vorsitzenden des Pfarrgemeinderates von St. Marien, Franz Courth, die Diskussionen vor der Fusion der ehedem selbstständigen Gemeinden. Aufgekommene Meinungsverschiedenheiten seien weitgehend wieder beigelegt: „Der Heilungs- und Findungsprozess hat begonnen.” So seien alle Entscheidungen in Pfarrgemeinderat und Kirchenvorstand einstimmig gefällt worden. Ein weiteres Dokument: das neue, eine Kirchenbuch, in das der Pfarrer Kraus schon die ersten Täuflinge und Sterbefälle eingetragen hat.

Ein Zeichen der Einmütigkeit soll auch die Festmesse am Sonntag sein, an der alle Kirchenchöre und Schützenbruderschaften mitwirken. Wallfahrten und Gottesdienste sollen in den kommenden Monaten das Gefühl der Zusammengehörigkeit vertiefen. Unter anderem sind ein Erntedank, ein Messdienertag im Sommer und ein Kevelaer-Besuch der Kommunionkinder in Vorbereitung.

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