Düren: Neue Hinweise im Vermisstenfall Josi Jüsten

Düren: Neue Hinweise im Vermisstenfall Josi Jüsten

Kommt nach 25 Jahren endlich Bewegung in den Vermisstenfall Josi Jüsten, an dem die Mutter psychisch zerbrochen ist? Erfahren die Verwandten nach all den Jahren endlich, was mit der lebensfrohen jungen Frau passiert ist, deren letztes Lebenszeichen vom 28. April 1983 datiert?

Zumindest haben die Berichterstattung der letzten Tage (DZ vom 1.11.) und die Ausstrahlung des Falls in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst” am Mittwochabend Bewegung in das damalige soziale Umfeld der jungen Frau gebracht.

„Der eine oder andere wurde wachgerüttelt”, hofft Kriminalrat Ingo Wünsch, Leiter der Dürener Kripo, jetzt auf neue Ermittlungsansätze. In den letzten Tagen gingen bereits zehn Hinweise ein, die jetzt eingehend geprüft und bewertet werden.

Unter anderem meldete sich eine heute 85-Jährige, die ihren damaligen Beobachtungen bislang keine Bedeutung zugemessen hatte. „Ihre Aussage hat uns weitergebracht in unseren Ermittlungshypothesen”, betont der Kripochef, auch wenn konkrete Anzeichen für eine schnelle und abschließende Klärung des Falls noch nicht vorliegen.

Der schweren Last entledigen

Sicher ist sich die Polizei nur in einem Punkt: Der oder die Person, die das Verschwinden von Josi Jüsten aufklären könnte, muss aus ihrem direkten Umfeld kommen.

Für andere Hypothesen gebe es weiterhin überhaupt keine Anzeichen, von Beweisen ganz zu schweigen, so Wünsch, der mit dem Team des Kriminalkommissariats 11 weiter hofft, dass sich ein potentieller Täter seiner schweren Last endlich entledigen will und die Familie erfährt, was 1983 passiert ist. „Sie hat ein Recht darauf”, wird Wünsch nicht müde zu betonen.

Josi Jüsten, Kassiererin in einer Imbisskette, war damals verliebt in einen verlobten Mann. In ihrer Wohnung an der Aachener Straße fand die Polizei einen an „Thommy” gerichteten Brief, in dem die 23-Jährige über eine angebliche Schwangerschaft schrieb.

„Ob sie aber wirklich schwanger war, wissen wir nicht”, betont Wünsch, „nur dass die Überprüfung des Liebhabers keine weiteren Erkenntnisse brachte”. Die könnten jetzt auch neue DNA-Analysen bringen. Damals gesicherte Spuren, unter anderem Zigarettenkippen, werden zurzeit noch ausgewertet.

Noch am Tag ihres Verschwindens sprach Josi Jüsten gegenüber ihrer Schwester von einer abendlichen Verabredung. Mit wem, ist nebulös.

Trotzdem stuft die Polizei diese Verabredung als Schlüsselsituation im Vermisstenfall ein und appelliert weiterhin dringend an alle Personen, die Angaben zum Schicksal von Josi Jüsten machen können, sich unter 02421/949-0 zu melden.

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