Kreis Düren: Nachts um drei hat sich das Leben von Katharina Kloke (FDP) geändert

Kreis Düren: Nachts um drei hat sich das Leben von Katharina Kloke (FDP) geändert

Um kurz nach drei Uhr in der Nacht auf Montag hat Katharina Kloke angefangen, ihren Koffer zu packen. Dann stand ziemlich sicher fest, dass sie sich am nächsten Morgen als künftige Bundestagsabgeordnete auf den Weg nach Berlin machen würde. Die Nacht war kurz — und aufregend. Und sie hat das Leben der 30-Jährigen auf einen Schlag verändert.

„Das kam unverhofft“, sagte Kloke am Montagmorgen im Gespräch mit der DZ-Redaktion. Zu diesem Zeitpunkt saß sie schon im Zug und war fast in Berlin am Hauptbahnhof angekommen. Katharina Klokes Gefühle sind an diesem Montagmorgen nach der Bundestagswahl gemischt. In ihrer Stimme liegen Vorfreude und Anspannung, etwas Erwartungsvolles. Der Kurztrip in die Hauptstadt ist schließlich kein alltäglicher. Die Frage „Wie geht es Ihnen?“ lässt sich an diesem turbulenten Morgen nicht so einfach beantworten.

Das alles muss erst noch ein paar Tage sacken.

Politisch ist Kloke noch ein unbeschriebenes Blatt. Seit 2009 ist sie in der FDP aktiv, sitzt als sachkundige Bürgerin im Kulturausschuss der Stadt Düren. Am Montag hat sie ihre Bundestagsfraktion kennengelernt. Der Politik-Zirkus in der Hauptstadt ist für sie ein spannendes Neuland. „Ich habe Demut und großen Respekt vor der Aufgabe. Sie ist mit einer großen Verantwortung verbunden“, sagt Kloke. „Ich werde versuchen, die liberalen Werte gut zu vertreten.“

Aber auch um die politische Arbeit herum gibt es viel zu organisieren: „Ich hoffe, dass ich auf dem angespannten Wohnungsmarkt in Berlin etwas finde. Und auch an das viele Pendeln werde ich mich gewöhnen müssen.“

Die Herausforderung

Und dann wartet da noch eine ganz andere Herausforderung: Nächste Woche steht die letzte, mündliche Prüfung für das zweite juristische Staatsexamen auf dem Programm. Eigentlich hatte Kloke schon Pläne, künftig als Anwältin zu arbeiten. Stattdessen wird sie sich in viele politische Themen einarbeiten und sich in nicht einfachen politischen Verhältnissen zurechtfinden müssen. „Das Wahlergebnis meiner Partei war grandios. Das Gesamtergebnis ist aber mit Blick auf die AfD für jeden Demokraten ein Schlag ins Gesicht.“

Nach der Wahlparty im Kreishaus hat die Politikerin zu Hause mit ihrem Lebensgefährten Alexander Willkomm, dem FDP-Kreisvorsitzenden, die weitere Auszählung verfolgt. „Gegen eins, halb zwei deutete sich an, dass ich vielleicht in den Bundestag einziehe“, erzählt Kloke, die die Nacht mit Blick auf Fernseher und Internet verbracht hat.

In Berlin stand direkt das erste Treffen mit den künftigen Fraktionskollegen auf dem Programm. Und natürlich war die Regierungsbildung ein Thema: „Wir werden offen in die Gespräche gehen. Sollte eine klare liberale Handschrift im Koalitionsvertrag möglich sein, werden wir Verantwortung übernehmen. Wir haben aber auch keine Angst vor der Oppositionsarbeit“, sagt Katharina Kloke über die politische Zukunft des Landes. Region & NRW

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