Düren: Nacht der offenen Kirchen: Vom Gebet bis zu afrikanischen Liedern

Düren: Nacht der offenen Kirchen: Vom Gebet bis zu afrikanischen Liedern

In diesem Jahr ist eine Zahl mit im Spiel — und das nicht bloß einmal: In zehn Gotteshäusern gestalten bei der zehnten Nacht der offenen Kirchen am Freitag, 27. September, zwischen 20 Uhr und Mitternacht Mitglieder von engagierten Gruppen facettenreiche Programme. Musikalische Beiträge aus aller Welt gehören ebenso dazu wie Gebete und Ausstellungen.

Stille Anbetung in St. Peter Julian an der Kölnstraße, afrikanische Lieder in der Klinikkirche an der Meckerstraße, eine „musikalische Reise in den Orient“ in der zentralen evangelischen Christuskirche sowie Texte und Gebete aus verschiedene Kulturen in der museumsnahen Marienkirche sind Mosaiksteine des Abends. Monika Ollig und Pfarrer Dirk Christian Siedler vom Vorbereitungsteam stellten die Planungen jetzt zusammen mit Regionaldekan Hans Doncks vor.

Monika Ollig bewahrt bei der Organisation einen klaren Blick auf das Zielpublikum: „Menschen, die sonst nicht in die Kirche gehen“ wollen sie und ihre Mitstreiter mit den zehn in sich differenzierten Angeboten erreichen. Dabei stellen die Annakirche und ihr unweit gelegenes evangelisches Gegenstück so etwas wie Epizentren des Geschehens dar: „St. Anna und Licht — das ist eine Sache, die sich schon länger durchträgt“, sagt die vielfach aktive Katholikin zum Profil der Pfarr- und Wallfahrtskirche.

Pastor Siedler und die anderen Menschen, die der Christuskirche Leben und Gestalt geben, setzen auf Musik — im Klartext: auf die von Lulu Reinhard und seiner Sinti-Jazz-Band — und auch sonst auf die Kultur. Auf dem Abendmahlstisch wird der „Engel der Kulturen“ als Sandbild ausgelegt.

St. Josef an der Ecke Nideggener Straße / Piusstraße spielt seine Stärke ganz direkt aus, indem dort unter dem Titel „Von der Garnisonskirche zum Haus für alle“ Geschichte und Gegenwart des Baus zum Thema werden — mit einer Ausstellung zum 75-jährigen Jubiläum, einer „Führung um Altar und Ambo“ und einer Präsentation der Orgel.

Einen Eckpunkt in geographischer Hinsicht bildet schließlich St. Martin in Birgel: Mit dieser Dorfkirche, die schon durch ihre Lage auf einem Hügel ihre Architektur und ihre schneeweiße Fassade weithin ein Zeichen setzt, beteiligt sich die Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Elisabeth an der Kirchen-Nacht. Nicht unumstritten ist im Übrigen der Umbau von St. Bonifatius unweit der Kölner Landstraße, der dort im Zeichen des Dreischritts „Heiliges entdecken — Heiliges erhalten — Heiliges verwandeln“ dargestellt wird.

Den Abschluss für die Aktionen in allen zehn Kirchen bildet schließlich die ökumenische Agape-Feier um 23 Uhr in der Annakirche. Dort geht es zuvor anhand von Gemälden der Künstlerin Dr. Marianne Breuer um elementare Erfahrungen. So treffen beim Kapitel „Wasser“ um 20 Uhr Literatur und Musik auf einander, während um 21 Uhr die Texte mit Saxophon-Klängen von Rolf Kratzborn kontrastiert. Gedanken über das Feuer und Orgelimprovisation von Johannes Esser runden um 22 Uhr das Spektrum ab.

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