Düren: Nach Playoff-Aus: Mit Herz und Seele gekämpft

Düren: Nach Playoff-Aus: Mit Herz und Seele gekämpft

Diagonalangreifer Sebastian Gevert hatte Tränen in den Augen. Mittelblocker Rudy Verhoeff hielt den Kopf lange gesenkt. Blair Bann, der Libero, lag bäuchlings auf dem Boden.

Die übrigen Spieler des Volleyball-Bundesligisten SWD Powervolleys dokumentierten Mittwochabend ihren Frust über das Ausscheiden aus der Play-off-Runde jeder auf seine Weise. Routinier Matthias Pompe beispielsweise meinte: „Mir war klar, dass es schwer werden würde, aber ich habe trotz unserer Probleme immer geglaubt, dass wir unser Heimspiel gegen die SVG Lüneburg gewinnen würden.“

Doch dann hatten die Gäste aus dem Norden beim Stand von 24:23 im vierten Satz den ersten Matchball, und Pompe zuckte der Gedanke durch den Kopf: „Oh je, jetzt kann das Ausscheiden kommen.“ Nur wenige Minuten später tollten die Lüneburger und ihr Trainer Stefan Hübner voller Begeisterung durch die Arena, schoben Dürens Spieler, Trainer, Funktionäre und Fans Frust: 2:3 im ersten Viertelfinalspiel in Lüneburg verloren, 1:3 in heimischer Spielstätte. Für die Powervolleys endete die Saison 2015/2016 am 30. März.

Dass die einheimischen Aktiven einige Minuten nach dem Aus ein Banner hochhielten, mit dem sie sich bei ihren Fans für die Unterstützung während der gesamten Saison bedankten, bekamen die meisten Anhänger der Powervolleys schon nicht mehr mit. Die Halle leerte sich schnell nach der Ehrung der besten Spieler, nur die 20 Fans der SVG Lüneburg skandierten noch laut: „Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin.“ Die Recycling Volleys sind der Halbfinalgegner der Norddeutschen.

Dürens Trainer und Spieler suchten derweil nach den Gründen für das Ausscheiden. Klar war, dass Düren nach der Suspendierung der Annahmespieler Jan Philipp Marks und Brook Sedore und wegen des Magen-Darm-Infekts der verbliebenen Annahmespezialisten Matthias Pompe und Dennis Barthel geschwächt war. Die beiden Aktiven mussten durchspielen, ihnen war in schwächeren Phasen keine Auswechslung gegönnt. „Ich habe mich darauf eingestellt, dass ich durchspielen musste, ich habe dann ja auch die meisten Aufschläge annehmen müssen. Da kann man nicht konstant stabil sein“, stellte Barthel fest. Und er sagte ebenso nüchtern: „Lüneburg hat nicht unverdient gewonnen. Wir haben mehr Fehler gemacht.“

Barthels Trainer Anton Brams, der sich bekanntlich in Zukunft ausschließlich seiner Firma widmen wird, erkannte den Lüneburger Triumph ebenso neidlos an: „Wir haben mit Herz und Seele gekämpft, wir waren in Angriff und Block besser, die Gäste waren aber nervenstärker und hatten in den entscheidenden Momenten den längeren Atem.“ Matthias Pompe konstatierte: „Wir sind gegen Lüneburg in Pokal und Play-off-Runde ausgeschieden, das ist doppelt ärgerlich. Wir können aber auch wegen unseres guten Auftritts im CEV-Pokal mit erhobenem Kopf vom Spielfeld gehen.“ Aber der Gang tat dennoch weh.