Nideggen: Musikalische und technische Perfektion in Nideggen

Nideggen: Musikalische und technische Perfektion in Nideggen

Das war schon eine Riesenhausnummer, was sich die Vokalisten des Chores Cantio Pistoriensis, die Solisten und Instrumentalisten des Rheinischen Kammerensembles mit ihrem künstlerischen Gesamtleiter Markus Platzbecker da auf die Fahne geschrieben hatten.

Für das weihnachtliche Konzert am Sonntagabend in der Pfarrkirche St. Johannes Baptist in Nideggen hatten die gut 20 Sänger und ebenso viele Musiker das Magnificat D-Dur, Bachwerkverzeichnis (BWV) 243 eben von Johann Sebastian Bach ausgewählt.

Barocke Klänge

Doch damit nicht genug, es erklang weiterhin das Orgelkonzert Opus 4, Nummer 6 von Georg Friedrich Händel, gespielt von Theo Palm, und das Chor- und Orchesterwerk „Te Deum“ von Marc-Antoine Charpentier. Die durchweg barocken Klänge verlangen den Aktiven großes Können ab. Sowohl musikalisch als auch technisch werden etwa die für die damalige Zeit spezielle Verzierungstechniken abgefragt.

Alles in allem gelang den Ausführenden eine sehr zufrieden stellende und beeindruckende Leistung. Zum einen lag das an den gut ausgebildeten Stimmen, zum anderen aber auch am sicheren Auftreten des Dirigenten und an den professionellen Musikern, in deren Reihen beispielsweise die Trompeter Klaus Luft und Martin Schädlich saßen sowie Ulrike Zavelberg am Cello. Susanne Trinkaus gab an diesem Abend gekonnt die Konzertmeisterin.

Sehr transparent klang die Vielstimmigkeit von Chor und Orchester, für die Bachs Kompositionen so berühmt sind, durch den Kirchenraum. Immer wieder verwoben sich auch die einzelnen Stimmen zu einem großen Ganzen, um dann wieder auseinander zu driften und eigene, fugenartige Wege zu gehen. Glänzend hervor stachen bei diesem Konzert die Solisten: Maria-Regina Heyne und Anita Hellenbroich (beide Sopran), Mirjam Platzbecker (Mezzo), Anna Fischer (Alt), Martin Endrös (Tenor) und Thomas Bonni (Bass).

Seit gut 15 Jahren existiert der Chor Cantio Pistoriensis. In regelmäßigen Abständen von zwei Wochen treffen sich die knapp 20 Sänger im Wohnzimmer von Markus Platzbecker in Winden, um zu proben.

Das Magnificat wünschte sich Markus Platzbeckers Ehefrau Mirjam zum 50. Geburtstag im Februar, wie der 49-jährige Chorleiter berichtet.

Ursprünglich wollten die Akteure das Werk daher bereits im Frühjahr 2016 aufführen. Markus Platzbecker meinte jedoch: „Doch damals war es einfach noch nicht reif.“ Der Zeitpunkt nun war perfekt. Zudem hätten die Vokalisten nun auch die Köpfe wieder frei für eine nächste Mammutaufgabe: Die h-moll-Messe von Johann Sebastian Bach. Diese soll in Kooperation mit der Evangelischen Kantorei Eschweiler am 17. September des kommenden Jahres in Eschweiler erklingen.

(gkli)