Untermaubach: Musikalische Reise mit dem MGV Voith und dem Salonorchester Rurland

Untermaubach: Musikalische Reise mit dem MGV Voith und dem Salonorchester Rurland

Idylle pur, die Atmosphäre ist kaum mit Worten zu beschreiben: Untermaubach, ein Dorf am Rande der Nordeifel, mit seiner mittelalterlichen Burg in Wurfnähe ist Ruhe pur. Dazu eine Gaststätte mit kleinem Saal. Was brauchen Menschen an einem grauen, verregneten Sonntagnachmittag dann noch mehr als Melodien, die zum Mitsummen und Mitsingen animieren?

Das Team „Wir in Untermaubach“ und das Team der Gastwirtschaft Hassert schafften die Voraussetzungen für ein gelungenes Konzert. Im Zentrum des musikalischen Geschehens stand die Musik unter dem Motto „Einmal um die ganze Welt“.

Chor und Orchester im Wechsel

Der „Männergesangverein Voith“ unter der Leitung von Walter Drees und das „Salonorchester Rurland“ unter der Leitung von Jürgen Reimann spielten im Wechsel Melodien aus allen Kontinenten. Chor und Orchester hatten das Konzertprogramm mit Peter Groß zusammengestellt.

Ausgangspunkt des Konzerts waren europäische Länder — darunter allen voran Deutschland, Österreich und ehemalige Monarchien. Und da musste natürlich die Violine her — ein Garant für Wiener Schmäh und ungarischen Zauber.

Den Auftakt für das Konzert-Potpourri machte Wolfgang Müllers „Das Wandern ist des Müllers Lust“. Und schon bald summten oder sangen die ersten Gäste an den Tischen leise mit, wurden doch einige Lieder vorgetragen, die zum allgemeinen Liedgut gehörten.

Moderator Dr. Herbert Wilmsen gab zu jedem Stück wertvolle Informationen und trug mit seiner humorvoll-launigen Rede zur guten Stimmung des fünften Herbstkonzertes bei. So wusste zum Beispiel kaum jemand in den Besucherreihen, dass der Komponist der „Donauwellen“, Josif Iwanovici, immer wieder die Widmungen und Namen der Kompositionen veränderte — sie trugen weibliche Vornamen, weil sein Liebesleben offenbar ein sehr reges war.

Sehnsucht stillen

Mithilfe russischer Volksweisen und Impressionen ging die Reise weiter in die Türkei. „Üsküdara“, ein türkisches Liebeslied, wurde von den Voith-Sängern in der Landessprache gesungen. Die Sehnsucht nach der Südsee stillten die Musiker des Salonorchesters mit „Melodien zum Träumen“.

Mit „Waltzing Matilda“ vermittelte der Chor australisches Flair. Der Moderator korrigierte bei der Vorstellung dieses Titels die Vermutungen der Gäste, dass es sich hier um eine tanzende Matilda handle. Denn „Waltzing“ bedeute wandern, „auf der Waltz sein“, und Matilda sei der Kosename der Umhängetasche, in denen australische Arbeitsuchenden ihre Utensilien mitführten.

Mit der Traumschiff-Melodie reisten die Männer und Frauen schließlich über den großen Teich in die Neue Welt: Melodien aus „Old Man River“ und „American Patrol“ ließen die USA entdecken. Der Ausklang des Konzerts war abermals Europa, mit Deutschland, Italien und Wien — dort, wo die Heimat der melancholischen und gefühlvollen Musik zu Hause ist.