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Kultur: Musik mit Tiefe und Seele

Kultur : Musik mit Tiefe und Seele

Eigentlich würden sie erst nächstes Jahr feiern, denn dann wären es schon 30 Jahre, die der Kammerchor „Camerata“ Düren besteht. Trotzdem entschlossen sie sich, das erste ihrer insgesamt drei Jubiläumskonzerte schon dieses Jahr zu spielen.

Es schien sich sehr gelohnt zu haben, denn von der Menge an Zuschauern, die das Konzert des Kammerchors „Camerata“ Düren in der Marienkirche besuchten, waren selbst die Veranstalter überrascht. Das erfreute auch Bürgermeister Frank-Peter Ullrich, der in seiner Rede zu Beginn des Konzerts das Ensemble ausdrücklich lobte. Es erschaffe „Musik mit Tiefe und Seele“, und der Chor habe „einen Ruf wie Donnerhallen“ in der Musiklandschaft des Kreises und des Landes.

Dabei lobte er auch das Engagement der beiden Chorleiter, das Dürener Ehepaar Andrea und Peter Eich, die den Chor mit mittlerweile 40 Sängerinnen und Sängern ab 1993 aufgebaut haben und auch darüber hinaus in der Musiklandschaft aktiv sind. Beide zeigten sich am Ende des Konzertes mit Chor und Orchester glücklich und zufrieden mit der Aufführung des Programms.

Denn beim ersten Jubiläumskonzert gab es direkt zwei große und bekannte Werke der klassischen Chormusik zu hören. Zum einen die „Messa di Gloria“ von Giacomo Puccini, die erst von Papst Pius XII. verboten und dann 1952, mehr als 70 Jahre nach der Uraufführung, wiederentdeckt wurde und nun auch seinen Weg nach Düren fand. Durch fantasievolle Melodien und Klänge lässt es schon in den frühen Tagen des Komponisten seine Begabung für die Oper durchklingen.

Ebenfalls gespielt wurde das „Schicksalslied“ von Johannes Brahms, in dem er mit sehnsuchtsvoller und tragischer Lyrik die Harmonie zwischen Chor und Orchester in ausschweifenden und ausdrucksstarken Passagen ausklingen lässt. Als Solisten bei beiden Stücken liehen der Tenor Robert Reichinek und der Kanadier Clarke Ruth als Bariton auch in den dezenten Solopassagen dem Ensemble ihre Stimmen. Am Ende schien sich der Aufwand gelohnt zu haben, denn das Publikum belohnte Musiker sowie Chorleiter mit stehendem Applaus.