Vettweiß: „Musik, die uns vereint“: Wo Punkrock auf Schlager trifft

Vettweiß: „Musik, die uns vereint“: Wo Punkrock auf Schlager trifft

Flüchtlinge und westliche Kultur, das passt einfach nicht. Denkste! Vettweiß wehrt sich gegen solche Vorurteile, und das mit vollem Erfolg.

Anders ist es nicht zu bewerten, wenn ein Konzert unter dem Motto „Musik, die uns vereint“ am Samstag von 16 Uhr bis spät in die Nacht hinein Menschen verschiedener Herkunft im Vettweißer Schulzentrum zusammenbringt. „227 Flüchtlinge leben in unserer Gemeinde. Wir sind offen und gerne dabei, wenn etwas Gutes getan werden kann“, betonte Bürgermeister Joachim Kunth (CDU), der sich über das Engagement des „Love, Peace & Rock‘n‘Roll“-Vereins (kurz LPR) sehr freute: „Personell sind wir am Limit, da ist es gut, dass der LPR die Hauptorganisation übernommen hat.“

Viele tolle Acts

René Esser, Vorsitzender des LPR, erklärte, wie sich der noch junge Verein gebildet hat: „Im November haben wir uns nach einem Benefizkonzert in Nideggen zusammengesetzt und diesen gemeinnützigen Verein gegründet. Die Förderung von Kindern und hilfsbedürftigen Menschen liegt uns am Herzen.“ Und so hatte man den Kontakt zum Vettweißer Bürgermeister gesucht, um ein Benefizkonzert auch im Vettweißer Land zu veranstalten. Radiomoderator Daniel Kuss führte durch den Abend, der mit vielen tollen Acts gespickt war. „Girls Factory“, die Showtanz-Gruppe der KG „Burgjecke“ Nideggen, machten den Anfang und sorgte gleich für Begeisterung bei den Zuschauern — egal, ob schon jahrelang wohnhaft in Vettweiß oder gerade erst dazugestoßen.

Anschließend klatschten alle mit, als Schlagerstar Manni-O seine Hits schmetterte. Er forderte das Publikum zum Abschluss sogar auf, eine Polonaise zu starten. Es folgten die Alternative-Punkrock-Band „Datenschmutz“, der afghanische Flüchtling Shahreyar Khan, der mit Gesang und Rubab — einer afghanischen Laute — die Herzen der Zuhörer eroberte. Außerdem zeigten Music-Comedian Sebastian Sammeck, der Dürener Rock‘ n‘-Roll-Club, die Showtanz-Gruppe „Girls United“ der KG „Löstige Jrömmele“ Drove, die Indie-Rockband „Ape Shack“, die Punkrock-/Pop-Punk-Band „DiLämma“, Karnevalsschlager-Sängerin Susy Döring und die Punk-/Indie-Band „Herr Miesepeters“ ihr Können.

Dank eines Gladbacher Busunternehmens hatten alle Flüchtlinge der Gemeinde die Möglichkeit, die wundervollen Auftritte anzusehen. Vor und nach dem Konzert fuhr man über die Dörfer der Gemeinde, sammelte alle Interessierten ein und brachte sie auch wieder zurück nach Hause. Die Einnahmen kommen dem Malteser-Hilfsdienst zugute. In diesem Jahr ist zudem noch ein Kinderfest geplant, weitere konkrete Pläne hat der LPR noch nicht und ist offen für Ideen.

„Städte oder Gemeinden können gerne auf uns zukommen“, sagt Esser. Kontakt kann man zum Verein über www.lprev.de aufnehmen.