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106 Meilen bis Chicago: Musical zu den „Blues-Brothers“ begeistert die Besucher

106 Meilen bis Chicago : Musical zu den „Blues-Brothers“ begeistert die Besucher

„Es sind 106 Meilen bis Chicago, wir haben ein Auto, einen vollen Tank, eine halbvolle Schachtel Zigaretten, es ist dunkel und wir tragen Sonnenbrillen.“ Wenn sich „Blues-Brothers“-Fans unterhalten, fällt dieser Spruch immer irgendwann.

Natürlich auch im Haus der Stadt beim Musical „A Tributo to the Blues Brothers“. Und wahrscheinlich kommt es im Dürener Theater, in dem auch Dramen und Opern gespielt werden, nicht so oft vor, dass das Publikum nach einer Zugabe schreit. Kaum ein Zuschauer, der noch sitzt, als die Schauspieler und die Band dann tatsächlich eine Zugabe bringen.

Das Musical vereint zwei Geschichten.

Da ist die ursprüngliche Story: Zwei coole Typen in schwarzen Anzügen sind in göttlicher Mission unterwegs, um ein Waisenhaus zu retten. Und haben dabei jede Menge Spaß und übertreten jede Menge Gesetzte.

Und da ist die zweite Geschichte im Musical. Das tragische und kurze Leben des John Belushi, der den „Blues-Brother“ Jake verkörperte. Da sind die Versuche seiner Ehefrau Judith, und auch manchmal seines Filmpartners Dan Aykroyd, ihn vom übermäßigen Drogenkonsum fernzuhalten. Dass dieses Unterfangen scheiterte, ist hinreichend bekannt. Und so ist Jake/John auch in den letzten Szenen im weißen Anzug zu sehen und betrachtet die Handlung aus anderen Sphären.

Angereichert ist die Story auch mit aktuellen Bezügen, so fällt zum Beispiel der Spruch „Mädels, alle mir nach. Mister Weinstein hat Appetit.“

Das Bühnenbild vertieft den Road-Movie-Charakter der Story. So sitzen die „Blues Brothers“ in einer halbierten Schrottkarre und werden abwechselnd von der Polizei und heißen Miezen gejagt. Und immer wieder Klassiker wie „Sweet Home Chicago“, „Everybody needs Somebody“ und „Stand by Your Man“. Aktion gibt es immer. Jake/John und Elwood/Dan laufen auch mal zwischendurch eine Runde durchs Publikum. Jörg Bruckschen und Ronald Tettinek geben in der Inszenierung von Ingmar Otto wunderbare „Blues Brothers“ ab. Und Georgia Reh verleiht der July/Judith viel Gefühl.

Aber die großartige Band im Hintergrund macht das Musical erst zu diesem grandiosen Event.