Düren: Mundartfestival:: „Colör“-Frontfrau erhält den Ritterschlag

Düren: Mundartfestival:: „Colör“-Frontfrau erhält den Ritterschlag

„Hilfe, tut mir nichts“, flehte „Colör“-Frontfrau Ute Geller auf der Bühne beim 21. Dürener Mundart-Festival im Willy-Brand-Park. Vor ihr stand am Samstagabend Addy Clemens, der Vorsitzende der AG „Schnüss“. In der rechten Hand hielt er ein Schwert, das er im nächsten Moment drei Mal abwechselnd auf die Schultern der Sängerin sausenließ.

Addy Clemens hatte gar nicht vor, der Leadsängerin der Band etwas Böses anzutun. Ute Geller wusste dies natürlich und spielte ein wenig Theater, um den Vorgang etwas zu dramatisieren. Zum ersten Mal wurde mit ihr von Addy Clemens eine Frau zum Ehrenmitglied der AG „Schnüss“ geschlagen.

„Colör“ in Aktion: Die „Töchter Kölns“ begeisterten am Samstagabend rund 1000 Zuhörer beim Mundartfestival (oben). Addy Clemens, Vorsitzende der AG Schnüss, schlug Ute Geller danach zum Ehrenmitglied des Vereins. Sonntag eröffnete der Shanty-Chor Merken den „Familijedach“. Foto: gkli

„Geschätzte 42 Grad im Schatten“

„Colör“ in Aktion: Die „Töchter Kölns“ begeisterten am Samstagabend rund 1000 Zuhörer beim Mundartfestival (oben). Addy Clemens, Vorsitzende der AG Schnüss, schlug Ute Geller danach zum Ehrenmitglied des Vereins. Sonntag eröffnete der Shanty-Chor Merken den „Familijedach“. Foto: gkli

Vor 21 Jahren fand das beliebte Mundartfestival erstmals in Düren statt, seither erhielten immer wieder verdiente Künstler, die sich uneigennützig in den Dienst der guten Sache stellten, die Ehrenmitgliedschaft. Vor Ute Geller waren dies Kalle Pohl, Konrad Beikircher, Jürgen B. Hausmann und King Size Dick. Gerhard Suhr, Mitglied und Organisationsleiter der AG „Schnüss“, erläuterte das Prozedere aus: „Künstler, die hier auftreten, erhalten keine Gage, damit unterstützen sie unseren Verein. Dafür bedanken wir uns bei den Prominenten mit der Vergabe einer Ehrenmitgliedschaft und mit einem waschechten Ritterschlag.“ Eine gute halbe Stunde lang hielten die Töchter Kölns im Vorfeld der Ehrung das Publikum auf Trab.

Mit dem Ohrwurm „Hölle von Kölle“ wurde bei „geschätzten 42 Grad im Schatten“, so Ute Geller in ihrer Anmoderation, schnell die musikalische Betriebstemperatur erreicht. Etwa 1000 Menschen hatten sich am Samstagabend auf den Weg in den Stadtpark gemacht. Ute Geller freute sich: „Klasse, hier im Publikum guckt wirklich keiner griesgrämig aus der Wäsche.“ Damit die Kehlen der Sängerinnen während der Vorstellung nicht austrockneten, stellte Gerhard Suhr zwischenzeitlich frisch gezapftes Kölsch auf die Bühnenkante, in erster Linie natürlich „zum Gurgeln“. Ohne Zugabe kam „Colör“ nicht davon. Zur Melodie des unvergessenen Queen-Titels „We Are the Champions“ erklang die Zeile „Wir sind aus Kölle“.

Gerüchten, dass die Bandarbeit von „Colör“ nicht mehr weitergeht, wirkten die rundum gelungene Show und die klaren Worte von Ute Geller entgegen. „Wir machen weiter und werden immer besser“, lautete die Botschaft der agilen, stets gut gelaunten Girlgroup. Nach dem Auftritt von „Colör“ betrat mit den „Bremsklötz“ eine waschechte Boygroup die Bühne. Die Vier aus Inden rockten das Publikum ebenso wie anschließend die Band „Echte Fründe“, die mit „Stimmung, Hits un kölsche Tön“ an den Festival-Start gingen und wie die anderen Bands ebenfalls viel Applaus erhielten.

Der Shanty-Chor Merken eröffnete am Sonntag den „Familijedach“. Unter anderem mit den „Rurwürmern“, „Määt nix“ und „Zollhuus Colonia“ trotzen die Mundart-Fans der phasenweise recht hohen Luftfeuchtigkeit. Regen Zulauf erfuhr am Wochenende auch die Ausstellung der „Lanz- und Treckerfreunde Düren“ im Stadtpark.

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