Düren: Müssen Lkw mitten durch die Innenstadt?

Düren: Müssen Lkw mitten durch die Innenstadt?

Wer über Verkehrsbelastung spricht, kommt um die Stadt Düren nicht herum. „Was bewegt Sie im Kreis Düren?“ hat unsere Zeitung die Menschen an der Rur gefragt. Beinahe kreisweit ist der Verkehr ein Thema, fordern Anwohner mehr verkehrsberuhigte Straßen, eine Reduzierung der Höchstgeschwindigkeit bei Ortsdurchfahrten und weniger Schwerlastverkehr.

Besonders viel Kritik gibt es aber an der Situation in der Stadt Düren. Eine oft gestellte Frage lautet: Müssen Lkw mitten durch die Innenstadt?

Kölnstraße, Bismarckstraße, Schenkelstraße, Stürtzstraße und Oststraße sind nur einige der Stellen, die genannt werden. „Es gibt keine Verkehrsplanung“, sagt beispielsweise Wilhelm Diel aus Düren mit Blick auf seine Stadt. Er könne nicht nachvollziehen, warum der Schwerlastverkehr mitten durch die Stadt gelenkt wird und hofft, dass mit dem Masterplan Innenstadt auch dieses Thema stärker in den Fokus rückt und Straßen möglicherweise für Lkw gesperrt werden. Der 85-Jährige hat aber weitere Ideen, um die Sicherheit in der Stadt zu erhöhen und die Lebensqualität zu steigern.

„Warum werden nicht alle Straßen in reinen Wohngebieten zu Einbahnstraßen gemacht?“, fragt Wilhelm Diel. „Andere Städte haben schon vor Jahren vorgemacht, wie sich der Verkehr beruhigen lässt“, sagt er. Straßen in reinen Wohngebieten wie dem sogenannten „Musikerviertel“, in dem der 85-Jährige seit 1970 lebt, oder dem Grüngürtel könnten — sofern möglich — zu Einbahnstraßen gemacht werden. Er ist überzeugt, dass damit auch Menschen, die mit ihren Autos im Berufsverkehr durch die Wohngebiete „schleichen“, um Ampeln zu umgehen, auf die Hauptstraßen zurückkehren würden.

Doch welche Möglichkeiten hat die Stadt? Ein generelles Lkw-Verbot in der Innenstadt sei angesichts der derzeitigen Situation rechtlich nicht möglich, heißt es aus dem Rathaus. Bundesstraßen, Landstraßen und einige Kreisstraßen sind übergeordnete Straßen, die den Verkehr gebündelt aufnehmen sollen. Dazu gehöre die Kölnstraße ebenso wie die Bismarck- und die Schenkelstraße. All diese Straßen treffen sich mitten in der Innenstadt. Für den Lkw-Verkehr könnten sie nur gesperrt werden, wenn es entsprechende stadtnahe Alternativen und Ausweichrouten gäbe.

„Eine Sperrung für den Schwerlastverkehr würde derzeit nur bewirken, dass der Verkehr auf andere Straßen ausweicht und diese zusätzlich belastet werden“, sagt Andreas Breuer vom Tiefbauamt der Stadt Düren. Zuständig sei der Landesbetrieb Straßen. In der Vergangenheit habe sich bei Straßensperrungen im Rahmen von Baumaßnahmen bereits gezeigt, dass der Verkehr zwar auf alternativen Routen durch Düren fließt, es aber nur wenige Alternativen gebe. Gänzlich an der Stadt vorbei könne der Lkw-Verkehr ohne ein umfassendes Netz von Umgehungsstraßen nicht geleitet werden. Dazu gehört die B56n (Ostumgehung). Breuer gibt auch zu bedenken, dass viele in Düren und um Düren herum ansässige Industrieunternehmen für Lastkraftwagen anfahrbar bleiben müssen.

„Wo es nur Einbahnstraßen gibt, wird im Schnitt schneller gefahren“, gibt Breuer mit Blick auf die Idee, in Wohngebieten generell Einbahnstraßen auszuweisen, zu bedenken. Im Grüngürtel sei bereits ausgerechnet worden, dass eine solche Lösung zu weiteren Wegen für Anwohner führe — und damit beispielsweise die Abgas-Belastung zunehme. Eine Straße in Wohngebieten, in der versetzt geparkt werden darf, verlangsame hingegen den Verkehr.