Heinsberg/Aachen: Müll-Kompromiss geplatzt: Was wird aus den Gebühren?

Heinsberg/Aachen: Müll-Kompromiss geplatzt: Was wird aus den Gebühren?

Der im regionalen Müll-Streit mühsam gefundene Kompromiss ist offensichtlich geplatzt: Der Heinsberger Kreistag hat am Dienstagabend jedenfalls einstimmig die Verwaltung beauftragt, die Vorbereitungen für eine europaweite Ausschreibung der Entsorgungsdienstleistungen zum 1.Januar 2012 zu treffen.

Ursprünglich war im Dezember ein regionaler Konsens erzielt worden. Dieser sah vor, dass der Kreis Heinsberg nach dem Wegfall des Zuweisungszwangs in einer Übergangsfrist freiwillig und zu verbesserten Konditionen noch bis Ende 2013 seinen Müll in die Müllverbrennungsanlage (MVA) Weisweiler liefern sollte. So war denn auch ursprünglich eine Ausschreibung erst ab 2014 vorgesehen.

Doch Landrat Stephan Pusch (CDU) erinnerte daran, die seinerzeit gefundene Interimslösung habe unter dem Vorbehalt gestanden, dass es zu keinen juristischen Auseinandersetzungen komme. Nun liege aber eine Vergabebeschwerde vor; offenbar werden die Absprachen und Vorgehensweisen von einem Unternehmen moniert.

Mit dem Unternehmen seien Gespräche geführt worden, um den Kompromiss zu retten, so Pusch. Dies sei aber nicht möglich gewesen. Der Landrat unterstrich das Ziel, für die Bürger im Kreis Heinsberg niedrigere Gebühren als heute erzielen zu wollen.

Der Kreistag stimmte für die von Pusch empfohlene europaweite Ausschreibung der Leistungen ab 2012. In Städteregion Aachen und Kreis Düren dürfte dies wieder Sorgen um steigende Müllgebühren aufkommen lassen.