MSC Kleinhau: Zum Flutlichtrennen kommt Weltmeister Jan Hendrickx

Motocross in Kleinhau : Den Weltmeister als Ersatz reaktiviert

„Es wird hart, sehr hart. Ich will jetzt noch gar nicht daran denken.“ Wenn beim Flutlichtrennen des Motorsport Clubs Kleinhau (MSC) am Freitag, 31. Mai, zum ersten Mal ein Rennen in der Internationalen Seitenwagen-Klasse gefahren wird, ist Tim Prümmer nicht dabei.

Und das, obwohl der 20-Jährige mit seinem Beifahrer Tobias Lange (30) im vergangenen Jahr Platz drei bei der Weltmeisterschaft geholt hat und nach dem ersten Lauf um die Deutsche Meisterschaft in diesem Jahr gute Chancen auf einen Podestplatz hatte. „Beim zweiten Lauf habe ich mir den Finger zertrümmert“, sagt Prümmer. „Jetzt heißt es erst einmal, drei Monate Pause machen.“ Die WM-Qualifikation will Prümmer in diesem Jahr trotzdem noch schaffen. Und er will darüber hinaus, dass sein neues Motorrad mit Seitenwagen und der Nummer 17 beim Flutlichtrennen zum Einsatz kommt.“

Prümmer und Lange haben überlegt, was zu tun ist und kurzerhand Kontakt zum belgischen Weltmeister Jan Hendrickx aufgenommen. Prümmer: „Das ist das schöne an der Seitenwagen-Klasse. Man kennt sich, alles ist sehr familiär. Und obwohl Jan Hendrickx seine Karriere eigentlich gerade beendet hat, fährt er in Kleinhau noch einmal mit.“ Vielleicht auch, weil er eine besondere Beziehung zu dem Rennen in der Eifel hat. Hendrickx: „Ich war schon ein paarmal als Zuschauer beim Flutlichtrennen. Das ist wirklich eine einzigartige Veranstaltung mit fantastischer Atmosphäre.“

Einmal ist er sogar ungeplant selbst mitgefahren: „Mein Onkel war als Fahrer dabei und hatte sich verletzt. Da musste ich einspringen – auf einer anspruchsvollen Strecke, auf der ich noch nie unterwegs war, ohne Training. Hat aber dann gut geklappt und Spaß gemacht.“ Apropos Training: Damit hatte der Belgier vor einem halben Jahr eigentlich abgeschlossen, für Kleinhau muss er aber mit Tobias Lange dann doch nochmal aufs Motorrad steigen. „Ja, und ich habe nach dem ersten Training gemerkt, dass ich bis zum Rennen noch sehr viel zu tun habe.“

Aber was macht den Reiz am Motocross-Sport im Allgemeinen und dem Seitenwagenfahren im Besonderen aus? Tim Prümmer versucht, das zu erklären: „Als ich drei war, hat mein Vater mich mit zu einem Motocross-Rennen mitgenommen. Und ich war total begeistert. Und diese Begeisterung hat mich nie mehr los gelassen.“ Motocross sei eine laute Sportart mit viel Action, aber eben auch eine, bei der es auf Technik und Können ankomme.

„Jeder Fahrer ist für sich selbst verantwortlich. Und jeder kleinste Fehler wird sofort bestraft.“ Prümmer hat sich vor vier Jahren auf die Seitenwagen-Rennen spezialisiert. „Anfangs wollten Tobias Lange und ich das einmal ausprobieren. Wir haben gemerkt, dass wir Spaß daran haben und gut sind.“

Am Gespannfahren gefällt Prümmer vor allem die Anforderungen an das Motorrad. „Es gibt kein fertiges Gespann zu kaufen“, sagt er. „Man sucht sich einen Rahmen aus und den passenden Motor. Und dann wird das Motorrad so zusammengebaut, dass es für Fahrer und Beifahrer perfekt passt. Das ist eine Herausforderung.

„Zweiter gebrochener Finger“

Beim Gespannfahren kann man sich nicht mit viel Geld das beste Motorrad kaufen. Man muss auch selbst ganz schön viel dafür tun, damit die Maschine gut läuft.“ Wenn alles passt, sind Tim Prümmer und Tobias Lange mit ihrem Gespann gut und gerne mit 70 Stundenkilometern unterwegs. Trotzdem will Prümmer nicht von einem gefährlichen Sport sprechen. „Ich mache fahre jetzt seit 17 Jahren und das ist erst mein zweiter gebrochener Finger. Das passiert halt. Aber der Zeitpunkt in der Saison ist halt äußerst ungünstig.“ Trotzdem ist Tim Prümmer überzeugt, auch vom Heimrennen noch profitieren zu können. „Ich bin sicher, dass ich von Jan Hendrickx viel lernen kann. Ich werde jedenfalls sehr genau gucken, was er auf der Strecke so macht.“ Und eins ist eben auch klar: Die Nummer 17 muss fahren!

Mehr von Aachener Zeitung