Beigeordneter Paul Zündorf: „Mr. Masterplan“ geht in den Ruhestand

Beigeordneter Paul Zündorf : „Mr. Masterplan“ geht in den Ruhestand

Der Masterplan in Düren ist untrennbar mit dem Namen Paul Zündorf verbunden, auch wenn das weitreichende Maßnahmenpaket zur Vitalisierung der Innenstadt bereits vor seiner Rückkehr ins Rathaus als Technischer Beigeordneter im Februar 2013 Fahrt aufgenommen hatte.

Vollenden wird der 65-Jährige den Zukunftsplan jedoch nicht mehr, was nicht nur Bürgermeister Paul Larue (CDU) am Montag bei der offiziellen Verabschiedung Zündorfs im Rathaus bedauerte.

„Ich weiß, dass er lange Zeit mit sich gerungen hat, wann er aufhören wird, und dass es einige gegeben hat, die noch versucht haben, ihn umzustimmen“, berichtete Larue. Es ist aber ein offenes Geheimnis, dass sich am Ende Zündorfs Frau Christa mit der Ansicht durchgesetzt hat, dass es trotz eines Acht-Jahres-Vertrags als Beigeordneter nach 37 Jahren im öffentlichen Dienst Zeit sei, sich mit Erreichen des Rentenalters einem neuen Lebensabschnitt zu widmen.

„Ich lasse Dich nicht gerne gehen, respektiere aber Deinen Entschluss“, betonte der Bürgermeister, um dann kurz den Werdegang des gebürtigen Neuwieders nachzuzeichnen, der seine Verwaltungslaufbahn 1981 in Viersen begann, aber schon 1984 zur Stadt Düren wechselte. Im November 1987 übernahm Zündorf die Leitung des Tiefbauamtes, kümmerte sich Ende der 90er Jahre um Wirtschaftsförderung und Liegenschaften, baute im Jahr 2000 das Amt für Gebäudemanagement auf, bevor er im Juli 2001 als Technischer Beigeordneter ins benachbarte Euskirchen wechselte.

Um Zündorf zu charakterisieren, zitierte Larue aus der ersten Beurteilung im Jahr 1986, in der der damalige Amtsleiter Zündorf als fähigen Beamten beschrieb, der sein Fachgebiet beherrsche, überaus belastbar sei, mit voller Hingabe und guten Ergebnissen arbeite. Attribute, an denen sich bis heute nichts geändert habe, betonte Larue mit Blick auf das „Feuerwerk an Bautätigkeiten“, das Zündorf in den vergangenen fünfeinhalb Jahren in Düren entfacht habe. „Du hast Maßstäbe in der Stadtentwicklung gesetzt.“

Und das meinte Larue nicht nur mit Blick auf die Innenstadt und die Umsetzung des Masterplans, sondern auch auf die Stadtteile und sprach beispielhaft Entwicklungskonzepte für Birkesdorf, Arnoldsweiler und Gürzenich an.

Auf seine jahrzehntelange Erfahrung will die Stadt auch nach seinem Abschied aus der Verwaltungsspitze nicht in Gänze verzichten. Zündorf wird weiterhin im Vorstand des Dürener Bauvereins tätig sein, in den Vorstand des Museumsvereins aufrücken und auch ehrenamtlich im Gestaltungsbeirat der Stadt sein Fachwissen einbringen.

Die Nachfolge Zündorfs, dessen einstimmige Wahl 2013 nach vielen Monaten den politischen Streit um die Nachfolge von Hans Wabbel beendete, ist indessen weiter ungeklärt. In einem Eilbeschluss will der Stadtrat in seiner Sitzung am 10. Oktober in nicht-öffentlicher Sitzung die Stelle des Technischen Beigeordneten nach der geplatzten Wahl im Juli ein zweites Mal ausschreiben, diesmal unter Einbeziehung einer Personalberatungsagentur.

(ja)