Motorrad-Kontrollen: Dürener Polizei setzt auf Überraschungseffekte

Biker-Kontrollen in der Rureifel : Dürener Polizei setzt auf Überraschungseffekte

Mit der Kampagne „Silent Rider“ und einem Forderungskatalog für Gesetzesänderungen wollen die Nordeifelkommunen ein Zeichen gegen Motorradlärm setzen. Bis die Kampagne beginnt, wird es noch dauern, sollten die Forderungen Gehör finden, würde die Änderung der Gesetze ein langwieriger Prozess. Deswegen setzt die Polizei im Kreis Düren auch weiterhin auf Kontrollen und Schwerpunktaktionen, die sich schon jetzt unmittelbar auswirken.

Sie sollen helfen, die Zahl der Unfälle – allein am Pfingstwochenende wurden im Kreis Düren vier Kradfahrer bei Unfällen verletzt – zu reduzieren und gleichzeitig auch die Lärmbelastung in der Eifel zu verringern. Vorbeugung und Bestrafung sind die beiden wichtigen Stichworte in der Polizeibehörde des Kreises Düren.

Zur Vorbeugung gehört beispielsweise die gemeinsame Tour von Motorradfahrern und Polizisten, die in diesem Jahr in Vaals startete und über die Panoramastraße in Richtung Heimbach führte. „Es haben 100 Motorradfahrer mitgemacht“, sagt Wolfgang Heimbach, Leiter der Dürener Direktion Verkehr.

Dabei weiß der Polizist, dass mit solchen Touren nicht die eigentlich problematischen Motorradfahrer angesprochen werden. „Aber diejenigen, die mitfahren, tragen unsere Botschaft weiter“, erklärt Heimbach. Und bei der Botschaft geht es darum, dass die Fahrer langsamer und leiser unterwegs sein sollten, es geht um Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer und Anwohner beliebter Strecken.

Und wie in den vergangenen Jahren setzt die Polizei auf Präsenz mit mobilen Radarmessgeräten und dem Provida-Krad. „Und das machen wir nicht nur am Wochenende“, sagt Heimbach. Die Polizei setzt auf Überraschungseffekte und ist auch in der Woche oder am frühen Morgen auf oder an der Strecke, wo manche Raser noch meinen, freie Bahn zu haben. Der zweite Fahrer für das Provida-Krad, also das Video-Motorrad mit dem Polizisten auf den Straßen unterwegs sein und Verkehrsverstöße beweissicher aufnehmen können, wird in diesem Sommer ausgebildet und kann dann mit auf die Strecke gehen, so dass sich Schichtzahl und Flexibilität erhöhen.

Eine groß angelegte Kontrollaktion von Polizei, Straßenverkehrsbehörde und einem Überwachungsdienst für die Lärmmessungen, wie sie im vergangenen Jahr erstmals stattgefunden haben, soll es in diesem Jahr noch geben. Schwerpunktkontrollen mit den Nachbarkreisen und Kommunen aus der Nürnburgring-Region standen bereits an – bei diesen wird nicht nur in der Eifel, sondern auch an den Zufahrtsstrecken geblitzt. „Präsenz wirkt sich aus“, davon ist die Polizei überzeugt. Das ist auch die Erfahrung der Anwohner der Panoramastraße, die im vergangenen Jahr eine Verschlechterung der Situation, also mehr schnellen Verkehr, feststellten, als die Polizei mit Einsätzen im Hambacher Forst gebunden war.

Bald im Mehr-Schicht-Betrieb unterwegs: das Video-Motorrad („Provida-Krad“) der Polizei im Kreis. Foto: Polizei Düren

Nahe dem Rursee, auf der beliebten Motorradstrecke zwischen Einruhr und Kesternich in der Gemeinde Simmerath, wurde im vergangenen Jahr eine Lärm-Messstation aufgestellt, die die Fahrer aller Fahrzeuge mit Leuchtschrift darauf hinweist, wenn sie zu laut unterwegs sind oder sich für leises Fahren bedankt. Eine solche Tafel soll nun auch auf Heimbacher Stadtgebiet aufgebaut werden.

Der Nationalpark Eifel hat vor wenigen Wochen auch nahe dem „Wilden Kermeter“ eine solche Station errichtet. „Erfahrungen am Rursee und weiteren Standorten in Süddeutschland deuten darauf hin, dass die Lärmemissionen dadurch sinken. Deshalb ist die Nationalparkverwaltung Eifel optimistisch, dass diese Einrichtung in unmittelbarer Nähe zum Naturerlebnisraum ‚Wilder Kermeter‘ zur Beruhigung des beliebten Besucherschwerpunkts beiträgt“, heißt es in einer Mitteilung des Nationalparks.

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