Echtz: Morgens aus der Hütte gekehrt

Echtz: Morgens aus der Hütte gekehrt

Statistisch betrachtet hat jeder Dürener schon zweieinhalb Partys in der Echtzer Grillhütte gefeiert. Seien es wilde Geburtstagsfeten, Goldhochzeiten oder Taufen — 3000 Mal ist die Grillhütte bislang vermietet worden. Viele Menschen aus Düren und (weit) darüber hinaus verbinden schöne Erinnerungen mit dem Holzhaus — manch einer ist bei einer ausgelassenen Feier im angrenzenden Anglerteich gelandet, andere wurden am nächsten Morgen von der Putzfrau hinausgekehrt.

Aber vor der ersten Feier war viel zu tun: Es war am zweiten Weihnachtstag 1987, als einige Männer den Bauverein „Grillhütte Echtzer See“ ins Leben riefen. Eben diese Grillhütte gab es nämlich nicht — und das sollte sich endlich ändern. Mit der Unterstützung von Rheinbraun und der Stadt konnte es losgehen. „150 Laster Mutterboden wurden herangekarrt, um die alte Kohlegrube zu füllen“, erinnert sich der langjährige Vorsitzende des Vereins, Kurt Hannes.

„Wir hatten von jedem Berufsstand jemanden dabei“, erzählt Vorsitzender Udo Kröngen. „Die anderen haben dann mit angepackt.“ Brett für Brett ging es voran, am 5. August 1989 standen Hütte, Grill und Toilettenanlage. Im Laufe der Jahre kam immer etwas hinzu: Pergolas für Feste im Sommer, Küche, Kühlraum, Anbau fürs Büfett.

Fast 20.000 Stunden lang haben die Mitglieder des Bauvereins bereits zu Hammer, Säge und Co. gegriffen, irgendwas ist schließlich immer. „Wir arbeiten, damit andere feiern können“, nennt Kurt Hannes das Motto. Leider sei es aber immer schwieriger, junge Menschen für dieses Engagement zu gewinnen. Viele der knapp 70 Mitglieder seien über 70 Jahre alt.

„Bei uns gibt es viel Arbeit für wenig Lohn. Aber wir haben hier immer viel Spaß und machen viel Blödsinn“, sagt Kröngen. Wenn er und Kurt Hannes an die Feiern in der Grillhütte denken, müssen sie unweigerlich schmunzeln. „Aber nicht alles, was hier passiert ist, kann man in der Zeitung schreiben“, sagen sie — und sie bewahren ihre Geheimnisse. Prominentester Gast in der Hütte war wohl der ehemalige Verteidigungsminister Peter Struck mit seinem Motorradclub. Besonders weit gereist waren die Gäste des Düsseldorfer Caravan-Clubs, die aus ganz Europa kamen.

Aber nicht alles war gut: In den Anfangsjahren haben Einbrecher die Hütte ein paarmal aufgesucht. Mittlerweile ist sie kameraüberwacht und mit Alarmanlage versehen. Ganz dreist waren die, die die obersten fünf Teller blank geputzt und den Rest darunter dreckig stehenließen. „Zum Glück sind das Ausnahmen“, sagt Kröngen. Übrigens gab es Zeiten, in denen in der Grillhütte kaum gegrillt wurde. Statt Koteletts und Würstchen gab‘s Büfett: „Aber jetzt ist Grillen wieder modern“, sagt Kröngen.

Jubiläumsgast war Nicole Nengelken, die ein Klassentreffen der Hauptschule Burgauer Allee organisiert hatte: Dafür gab es Blumen vom Verein und die Hütte als Überraschung umsonst.

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