Gürzenich: Monika Fuchs engagiert sich seit 30 Jahren bei Pax Christi

Gürzenich : Monika Fuchs engagiert sich seit 30 Jahren bei Pax Christi

Um den Hals trägt sie ein schwarzes Lederband. Daran hängt der „Engel der Kulturen“. In einen Ring sind die Symbole der abrahamitischen Religionen eingefügt: das Kreuz der Christen, der Davidstern der Juden und der Halbmond der Muslime. „Durch die Anordnung lässt sich im freigelassenen Raum ein Engel erkennen“, sagt Monika Fuchs.

„Wäre doch schön, wenn wenigstens diese drei Religionen friedlich miteinander leben könnten.“ Und damit schneidet sie das Thema an, das ihr wichtig ist — als Mitglied von Pax Christi, als Sozialpädagogin, als Mutter, als Nachbarin und als Teil der Gesellschaft.

Der 1. September gilt seit 1957 offiziell als Antikriegstag. Das Datum ist am Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen 1939 orientiert. Warum das Thema Frieden für sie so wichtig ist? Die Eltern hätten immer viel vom Krieg erzählt, erklärt die 57-Jährige, Nachzögling mit Geschwistern, die neun und elf Jahre älter sind.

Der Vater, Jahrgang 1917, sei Spätheimkehrer aus russischer Gefangenschaft gewesen. Und die Mutter habe ihn unterbrochen, wenn er ansetzte, wirklich schlimme Geschichten zu erzählen. So habe sie begriffen, dass Frieden nicht selbstverständlich sei und bewahrt werden müsse.

„Wehret den Anfängen“, lautet die Devise von Fuchs. Dazu gehört auch das Erinnern. Jedes Jahr hält sie zusammen mit Freunden von Pax Christi am 9. November eine Mahnwache an der Rückriem-Stele in Gürzenich ab — da, wo früher eine jüdische Familie gewohnt hat. Monika Fuchs gehört auch dem Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt an.

Vor 30 Jahren wurde die Dürener Pax-Christi-Gruppe „wiederbelebt“ vom damaligen Pastoralreferenten Martin Pott. „Da bin ich sofort eingestiegen“, sagt sie. „Vielleicht auch, weil ich ein schlechtes Gewissen hatte.“ Während ihrer Studienzeit habe es viele Demos gegeben, zum Beispiel wegen des Nato-Doppelbeschlusses. Daran habe sie sich nicht beteiligt. Doch dann, mit Pax Christi, war ihre Zeit gekommen.

Und da ist sie geblieben, bis heute. „Bleiben ist auch so ein Thema von mir“, sagt sie. Das gilt für Freundschaften und auch für ihren Job beim Jugendhilfeverein „Wellenbrecher“, wo sie schon seit 21 Jahren arbeitet.

Auf Papst Franziskus setzt die Katholikin große Hoffnung. Trotz mancher Differenzen sei sie immer in der Kirche geblieben: „Ich brauche Rituale.“ Bei der Pax-Christi-Gruppe, die auch Mitgliedern anderer Konfessionen offen steht, freut es sie, „Menschen zu finden, die ähnlich denken und handeln. Und dass Katholiken auch mal links sein können“. Abrüstung ist so ein Thema, für das sie sich auch mal in die Innenstadt stellt. Da ist sie auch am Samstag zu finden.

Ein leichter Wind geht durch die Gräser und Blumen im Fuchs‘schen Garten. Ein friedliches Fleckchen Erde. Wie lässt sich Frieden finden? „Ich glaube an die kleinen Schritte“, sagt die Mutter dreier erwachsener Töchter. „Erst mal bei sich selbst gucken. Und dann versuchen, in der unmittelbaren Umwelt Frieden zu schaffen.“ Das sei eine Gratwanderung zwischen „sofort lospoltern und alles unter den Teppich kehren“. Man müsse den passenden Zeitpunkt finden und die richtigen Worte — und manchmal auch über den eigenen Schatten springen.

Vom 1. bis 8. September ist an der Josef-Schregel-Straße (zwischen Wirteltorplatz und Abbiegung Arnoldsweilerstraße) eine Open-Air-Ausstellung der Pax-Christi-Gruppe zu sehen. Mit Unterstützung der Dürener Friedensbewegung sind zehn Tafeln entstanden. Mit ihr soll auf die Gefahren weiterer Kriege hingewiesen werden. Am Samstag sind von 11 bis 13 Uhr Pax-Christi-Mitglieder mit einem Infostand vor Ort, um Unterschriften für eine „Abrüsten-statt-Aufrüsten“-Kampagne zu sammeln.