Schmidt: MON: Aus alter Verbundenheit

Schmidt: MON: Aus alter Verbundenheit

Seit 43 Jahren leistet der Deutz-Traktor Erwin Virnich (78) treue Dienste. Damals, im Jahr 1970, betrieb der Schreiner aus Schmidt noch Landwirtschaft im Nebenerwerb. Drei Kühe, einige Ferkel, mehrere Äcker — der Traktor war beinahe täglich im Einsatz. Diese Zeiten sind vorbei, doch den Traktor gibt es immer noch.

Und Erwin Virnich hegt und pflegt das gute Stück. Auf ein Detail ist er besonders stolz: Als einziger Schmidter hat er auf seinem Deutz noch das MON-Kennzeichen aus den Zeiten vor der kommunalen Neugliederung.

Warum er den Traktor nicht umgemeldet hat? „Wir sind Monschauer, keine Dürener“, sagt Virnich voller Überzeugung. Das alte Kennzeichen sei für ihn Ausdruck eines Heimatgefühls. „Bei den Autokennzeichen hatten wir keine Wahl“, sagt Virnich. Kein Auto habe solange durchgehalten. Doch der robuste Traktor tuckert seit 1972 weiter mit dem alten Kennzeichen durch die Eifel. „Ich würde auch das Auto sofort ummelden und DN gegen MON tauschen“, sagt der 78-Jährige. Doch dafür bedarf es einer Erlaubnis aus Berlin.

Ohne sie kann das Straßenverkehrsamt nicht handeln. Kein Wunder also, dass Virnich eine entsprechende Initiative von Berthold Rüttgers, Bernd Gottschalk Günter Virnich und Hubertus Zander aus voller Überzeugung unterstützt. „Wir wollen möglichst viele Unterschriften sammeln und diese dem neuen Bundesverkehrsminister schicken“, erklärt Rüttgers (siehe Infokasten). Der wiederum könne dann den Kreis Düren ermächtigen, die Schilder der Altkreise Monschau und Schleiden auszugeben.

Einige prominente Unterstützer haben die Initiatoren schon gewonnen, darunter Landrat Wolfgang Spelthahn, Nideggens Bürgermeisterin Margit Göckemeyer und Hürtgenwalds Bürgermeister Axel Buch. Heimbachs Bürgermeister Bert Züll unterstützt die Aktion nicht; der Rat hatte sich einstimmig gegen die Einführung der Kennzeichen ausgesprochen. „Niemand will die kommunale Neugliederung zurückdrehen“, betonte Wolfgang Spelthahn, der die erste Unterschrift unter den Aufruf setzte. „Für viele Menschen sind die Kennzeichen aber ein Stück Heimat, sie stiften Identität.“

Das sieht auch Erwin Virnich so. Der Blick vieler Eifeler sei schon immer Richtung Simmerath gerichtet gewesen. „Wir Monschauer sind ein fleißiges Bergvolk“, sagt er. Diese Verbundenheit zum eigenen Völkchen wolle er mit dem Kennzeichen zum Ausdruck bringen. Mit dieser Absicht steht er nicht alleine da. „Mittlerweile erreichen uns schon Anfragen aus Köln“, berichtet Berthold Rüttgers. Die Initiative zieht Kreise.