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Matthias-Claudius-Schule feier Jubiläum: Mit Zuversicht in die nächsten 50 Jahre

Matthias-Claudius-Schule feier Jubiläum : Mit Zuversicht in die nächsten 50 Jahre

„Es darf kein Kind verloren gehen. Das ist unsere wichtigste Aufgabe.“ Heidi Hardacker ist Rektorin der Matthias-Claudius-Schule im Dürener Stadtteil Birkesdorf. Die Schule feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen.

Im August 1969 wurde aus der Katholischen Volksschule in Birkesdorf eine überkonfessionelle Hauptschule. 366 Schüler werden dort im Augenblick von 25 Lehrern, zwei Sonderpädagogen und einer Sozialpädagogin betreut.

Die Matthias-Claudius-Schule, die bis vor anderthalb Jahren noch offiziell Hauptschule Birkesdorf hieß, ist eine von drei Hauptschulen, die es im Kreis Düren noch gibt: Außer der in Birkesdorf gibt es noch die Goltsteinschule in Inden und die Hauptschule Burgauer Allee in Düren. Das war einmal deutlich anders. Früher hat es in fast allen Kommunen des Kreises Düren eine Hauptschule gegeben.

Vor einem Jahr wurde die in Vettweiß wegen zu geringer Anmeldezahlen geschlossen. Zum Ende diesen Schuljahres läuft die Hauptschule in Aldenhoven aus. „Hauptschulen“, sagt Heidi Hardacker, „sind über viele Jahre hinweg schlechtgeredet worden, vor allem auch von Teilen der Politik. Unsere Schulform hatte infolgedessen einen sehr schlechten Ruf. Das hat sich aber zum Glück in den vergangenen Jahren wieder geändert.“ Ob der Namenswechsel der Schule in dem Zusammenhang auch eine Rolle gespielt hat, kann die Schulleiterin schwer beurteilen.

Derzeit gestalten Schüler mit einem Graffiti-Künstler einige Außenwände ihrer Schule neu. Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Tatsache ist aber, dass die Hauptschule seit einigen Jahren immer neue Aufgaben übernehmen muss. Im neuen Schuljahr werden an der Schule 30 Kinder mit einem besonderen Förderbedarf unterrichtet, Jungen und Mädchen, die sprach-, lern- und auch geistig behindert sind. Außerdem gibt es in Birkesdorf vier besondere Klassen für Flüchtlingskinder. Har­dacker: „Dass wir heute Kinder aus mehr als 20 verschiedenen Nationen unterrichten, ist für uns nichts Neues. Hauptschulen sind immer auch Schulen gewesen, wo vermehrt Kinder mit Migrationshintergrund unterrichtet worden sind. Die Flüchtlingswelle hat dazu geführt, dass es jetzt viel mehr Kinder sind.“

In der täglichen Arbeit mit den Schülern haben Hardacker und ihre Kollegen vor allem zwei Schwierigkeiten, mit denen sie zu kämpfen haben. „Es ist schwierig, unsere Jugendlichen bei der Stange zu halten. Wir müssen sie immer wieder neu motivieren, daran arbeiten, dass sie wirklich konzentriert sind.“ Darüber hinaus seien Schulpflichtverletzungen immer wieder ein Thema. Hardacker: „Das hat es früher in der Form nicht gegeben.“

Dass ihre Schüler es als Manko empfinden „nur“ auf eine Hauptschule zu gehen, glaubt Hardacker nicht, jedenfalls nicht mehr. „Das war früher sicher einmal so. Und es ist auch manchmal schwierig, wenn Schüler von einer anderen Schulform auf die Hauptschule wechseln müssen, weil sie dort nicht mitgekommen sind. Unsere Aufgabe ist es dann, ihnen möglichst schnell wieder zu vermitteln, dass Schule auch Spaß machen kann.“ Und dass auch an der Hauptschule ein guter Abschluss möglich ist.

Drei der Absolventen, die am Donnerstag ihren letzten Schultag haben, haben auf der Hauptschule die Qualifikation für die gymnasiale Oberstufe erworben. „Das sind die, die sich durchbeißen. Und ich bin sicher, dass sie  das Abitur machen“, sagt Hardacker. Überhaupt sei der Entlasstag der Zehnerklassen eine der schönsten Belohnungen ihrer Arbeit. „Es ist einfach toll, wenn die jungen Leute schön angezogen und mit ihren Abschlusszeugnissen da stehen. Weil es zeigt, dass es sich lohnt, Schwierigkeiten aus dem Weg zu räumen.“

Hardacker ist davon überzeugt, dass ihre Schule eine Schule mit Zukunft ist – und dass in Düren nach der Schließung der Hauptschule Gürzenich Platz für zwei Hauptschulen ist. „Die Stadt hat uns in Aussicht gestellt, dass wir einen neuen Anbau mit schönen, modernen Räumen bekommen. Das ist ein Zeichen dafür, dass diese Schule erhalten bleibt. Und wir brauchen den Platz auch, wenn wir allen Schülern und ihren Bedürfnissen gerecht werden wollen.“ Da ist wieder Hardackers Maxime: „Es darf kein Kind verloren gehen.“