Versuchsreihe des Wasserverbands: Mit UV-Licht gegen Gestank aus Kreuzauer Kanal

Versuchsreihe des Wasserverbands : Mit UV-Licht gegen Gestank aus Kreuzauer Kanal

Den Menschen in Kreuzau stinkt der Kanal seit Jahren gewaltig. Und dies im doppelten Sinne: Zum einen zeigt sich immer wieder, dass das Rohrnetz ausgelastet ist, zum anderen fühlen sich viele von starken Gerüchen belästigt. Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) machte in der Sitzung des Kreuzauer Gemeinderats deutlich, wie man zumindest den Gestank eindämmen will.

Mitten durch Kreuzau fließt der Abwassersammler 11 mit einem Rohrdurchmesser von 70 Zentimetern Richtung Düren. An ihm sind nicht nur die Haushalte in Kreuzau, sondern auch die Fabrikationsstätten der Papierindustrie angeschlossen. Laut Thomas Meurer vom WVER wurden 20 Messstellen an dem 14 Kilometer langen Sammler installiert, acht davon auf dem Gemeindegebiet in Kreuzau. So will der Verband feststellen, wo welche Gerüche entstehen.

Die Ursache ist bekannt: Im Kanal finden Prozesse statt, bei denen unter anderem Schwefelwasserstoff entsteht. Und der stinkt. Um die Geruchsbelästigung zu reduzieren, testet der WVER auch eine Photoionisation. Die bedeutet, dass die Abluft mit ultravioletten Licht bestrahlt wird, wodurch die Geruchsstoffe aufgespalten werden. Als zusätzliche Alternative prüft man aktuell den Einsatz von Biofiltern. Bis Ende Mai soll die Testreihe laufen. Um eine Vergleichsgröße zu haben, werden für 24 Stunden sämtliche Maßnahmen zur Gerichsbeseitigung abgeschaltet. Meurer versprach im Rat, dass man die Anwohner entsprechend informieren werde. Auch die Papier

Ungeachtet der Testserie will man in bestimmten Bereichen weitere Maßnahmen ergreifen. Die Rede war im Rat von wöchentlichen Spülungen. Eventuell ist auch ein Übergabeschacht geplant. Man wolle sich jedoch mit dem Kreis Düren absprechen, der dort Straßen sanieren möchte.

Ohnehin plant der Wasserverband seit längerem einen etwa 12,5 Kilometer langen Parallelsammler, weil das derzeitige Rohrnetz überlastet ist. Der Baustart für das 40 Millionen Euro teure Projekt hat sich in der Vergangenheit jedoch immer wieder verschoben. Thomas Meurer ging in der Ratssitzung am Dienstagabend davon aus, dass das Planfeststellungsverfahren für den neuen Abwasserkanal zwischen der Windener Brücke und der Kläranlage Merken in diesem Jahr beginnt. „Die Planung ist soweit abgeschlossen“, sagte er. Der weitere Verfahrensschritt dauert in der Regel bis zu zwei Jahre. Der Neubau verschiebt sich also weiter. Vor 2022 werden also voraussichtlich keine Bagger anrollen.

Am Mittwochabend fand eine Bürgerversammlung statt, bei der auch der Starkregen in Kreuzau im vergangenen September Thema war. 26 Häuser, die zum Teil unmittelbar am Hauptsammler 11 angeschlossen sind, liefen an diesem Tag voll. Die Gemeindeverwaltung verwies darauf, dass die Anschlüsse der Häuser nicht ausreichend mit Rückstauklappen gesichert seien.

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