Niederzier: Mit „Sophie“ Artenschutz und Rekultivierung spielerisch erleben

Niederzier: Mit „Sophie“ Artenschutz und Rekultivierung spielerisch erleben

Kleine Schilder mit Haselmaus „Sophie“ und roten Pfeilen weisen den Weg — durch den Altwald, über die Rodelbahn zum Inselsee und wieder zurück. 3,5 Kilometer lang ist der neue Naturerlebnispfad auf der Sophienhöhe mit Start und Ziel am Wanderparkplatz nahe Hambach, den Tagebaubetreiber RWE Power am Sonntag offiziell eröffnet hat.

Der waldpädagogische Parcours soll vor allem Familien mit kleinen Kindern die Möglichkeit bieten, die Tier- und Pflanzenwelt auf der rekultivierten Abraumhalde des Tagebaus Hambach zu erkunden. Eine kleine Broschüre, die am Ausgangspunkt erhältlich ist, weist dabei den Weg zu insgesamt elf Stationen des Naturerlebnispfades und wartet mit weiteren kindgerechten Informationen auf.

Mit der Enthüllung des Startschildes wurde der neue Naturerlebnispfad auf der Sophienhöhe offiziell freigegeben. Die ersten beiden der elf Stationen informieren über die Bäume im Lindenberger Altwald und die Insektenwelt. Foto: Abels

„Die einzelnen Stationen veranschaulichen auf spielerische Art, wie Rekultivierung und Artenschutz funktionieren und laden zum Ausprobieren ein“, erklärt Gregor Eßer, Leiter der Forschungsstelle Rekultivierung bei RWE Power. So werden den kleinen Naturentdeckern immer wieder kleine Aufgaben gestellt. Beispielsweise müssen sie beim Rindenmemory Baumarten anhand ihrer Rindenstruktur zuordnen und in der Umgebung entdecken, sich am Inselsee auf die Suche nach „Sophies“ tierischen Freunden machen oder sogenanntes Totholz auf der Suche nach Käfern, Wildbienen und Hummeln unter die Lupe nehmen. Ein ganz besonderes Highlight ist ein begehbarer Haselmauskasten. Hunderte der nachtaktiven Nagetiere hat RWE in den vergangenen Jahren im Vorfeld des Tagebaus mit Hilfe der normalerweise recht kleinen Kästen eingefangen, um ihnen auf der Sophienhöhe eine neue Heimat zu geben.

Mit der Enthüllung des Startschildes wurde der neue Naturerlebnispfad auf der Sophienhöhe offiziell freigegeben. Die ersten beiden der elf Stationen informieren über die Bäume im Lindenberger Altwald und die Insektenwelt. Foto: Abels

Bei der Einrichtung des Naturerlebnispfades und bei der Entwicklung eines Entdeckerbuches wurde RWE Power von Melanie Gutmann unterstützt, die an der RWTH Aachen Georessourcen-Management studiert. Ihr war es ganz besonders wichtig, auch ganz generelle Fragen wie die Entstehung der Braunkohle anhand einer Kohletreppe und die Entstehung der Sophienhöhe kindgerecht zu erklären.

Für den 3,5 Kilometer langen Weg sollten Familien rund zweieinhalb Stunden einplanen, damit die Kinder genügend Zeit haben, die Natur auch zu erkunden. Der Weg führt zwar größtenteils über gut ausgebaute Wege, aber zum Beispiel auch die doch recht steile Rodelbahn hinauf. Festeres Schuhwerk ist daher empfehlenswert.

Zur Eröffnung enthüllten Tagebauleiter Thomas Körber, Erik Schöddert, Leiter Umsiedlung und Flächenmanagement bei RWE Power, mit Gregor Eßer, Melanie Gutmann und Dirk Lauterbach von der Gemeinde Niederzier die Infotafel am Start des Naturerlebnispfades, der anschließend von zahlreichen Familien und der Hilfe von „Sophie“ ausgiebig erkundet wurde.

Die Sophienhöhe ist die Abraumhalde des Tagebaus Hambach. Sie hat eine Höhe von rund 200 Metern. Auf ihr wurden bereits mehr als 10,5 Millionen Bäume gepflanzt.

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