Düren: Mit gewitzten Plakaten gegen braune Parolen

Düren: Mit gewitzten Plakaten gegen braune Parolen

„Einfach, wirksam, suggestiv”. So umschreibt Jury-Mitglied Wilhelm Gödde das Siegerexponat im Wettbewerb „Du hast die Wahl.., Plakate gegen Rechtsextremismus”, den das Dürener Bündnis gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Gewalt an den Schulen der Stadt ausgelobt hatte.

Die hochkarätig besetzte Jury mit der hierorts noch bekannten früheren wissenschaftlichen Mitarbeiterin Dr. Kerstin Stremmel, dem Dürener Galeristen Lutz Rohs, dem Kölner Kabarettisten Wilfried Schmickler und Rainer Barzen, Kunstprofessor an der Universität zu Köln, unterzog sich einer stundenlang Sichtung und Bewertung der 117 eingereichten Wettbewerbsbeiträge, bis am frühen Abend ein Plakat aus dem Gymnasium am Wirteltor den Sieg davon trug.

Neben den Attributen von Jurymitglied Gödde lässt sich dem Plakat noch eine Bewertung hinzufügen: Drastisch. Denn auf dem Plakat heißt es „Sch...auf rechts”.

Genau das tut die stilisierte Friedenstaube. Auf dem zweiten Platz landete ein Produkt aus der Anna-Frank-Gesamtschule. Ein Verkehrszeichen mit Geradeausgebot gibt die Richtung vor: Rechtsweg ausgeschlossen.

Der dritte Preis geht nach St. Angela. Die Produzenten dort haben die Anleihe im Reich der Märchen gewählt. „Rotkäppchen darf diesmal nicht den rechten Weg einschlagen”.

Neben den drei Preisen, die mit einem Preisgeld von 150, 100 und 50 Euro dotiert sind, werden noch Sonderpreise vergeben. So für die breiteste Beteiligung einer Schule oder für besonders auffallende Zugangswege zur Thematik.

Die Jury möchte sich hier die Entscheidung allerdings noch offen halten. Bei der offiziellen Preisverleihung am 26. Januar im Rathaus sollen die Gewinner bekannt gegeben werden. Dann wird auch Jurymitglied Wilfried Schmickler wieder dabei sein und auf seine kabarettistische Art die Thematik verarbeiten.

Die Exponate, so versicherten die Bündnis-Vertreter, sind nicht für den Papierkorb. In einer ersten Präsentation werden sie im Rathaus ausgestellt, gehen dann teilweise in die Schulen zurück und sollen bei Bedarf auch in den Wahlkämpfen zum Einsatz kommen.

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