Langerwehe: Mit den Bürgern ins Gespräch gekommen

Langerwehe: Mit den Bürgern ins Gespräch gekommen

Wo drückt in Langerwehe eigentlich der Schuh? Was wünschen sich die Bürger der Töpfergemeinde? Was fehlt, was ist besonders gut? 14 Fragen hatten sich die Langerweher Sozialdemokraten überlegt, um in einer Bürgerbefragung herauszubekommen, was die Menschen in Langerwehe eigentlich wirklich bewegt.

6000 Fragebögen haben Dirk Huizing, Ludwig Leonards, Peter Münstermann und Hans-Uwe Endrigkeit an alle Haushalte verschickt. 200 der Fragenkataloge sind zurückgekommen, jetzt wurden die Antworten ausgewertet. „Wir sind mit der Resonanz auf unsere Aktion sehr zufrieden“, kontert Hans-Uwe Endrigkeit auf die Feststellung, dass ein Rücklauf von gerade einmal drei Prozent eher wenig sei. „Wir wussten, dass so eine Aktion nie ein repräsentatives Ergebnis haben würde. Aber auf eine ähnliche Befragung, die die Zukunftswerkstatt vor einiger Zeit initiiert hat, haben nur 100 Bürger geantwortet.“ Die Ergebnisse der SPD-Befragung sollen jetzt in das Wahlprogramm der Genossen zur Kommunalwahl am 25. Mai einfließen.

Hans-Uwe Endrigkeit, Ludwig Leonards und Peter Münstermann (von links) von der SPD ist die Meinung der Bürger wichtig. Foto: Sandra Kinkel

58 Prozent der Befragten beklagten, dass es in Langerwehe schmutzig ist. Als Ursache wurden illegal entsorgter Müll und Hundekot genannt. Ludwig Leonards: „Besonders gefallen hat mir, dass von vielen Bürgern aber auch gleich Lösungsvorschläge genannt wurden. Es gibt beispielsweise bereit sind, Patenschaften für Grünflächen zu übernehmen, die sie dann auch pflegen würden.“

Auch Mobilität und Verkehr sind wichtige Themen für die Menschen in Langerwehe. Die Parksituation an der Hauptstraße wird genauso kritisiert wie die Tatsache, dass es zu wenig abgesenkte Bürgersteige gibt. Außerdem wünschen sich die Bürger in den Ortsteilen Luchem, Hamich und Heistern eine bessere Busverbindung.

Immerhin 71 Prozent der Teilnehmer der Bürgerbefragung finden die Nahversorgung in Langerwehe ausreichend. Ludwig Leonards: „Die Menschen in Luchem, Schlich, Merode und D‘horn sehen das aber natürlich anders als die Bürger des Zentralortes. Es muss gelingen, dass eine ausreichende Nahversorgung für alle Ortsteile erreicht werden kann.“ Grundsätzlich sind die Erkenntnisse, die die SPD-Bürgerbefragung gebracht haben, nicht neu.

Hans-Uwe Endrigkeit: „Das ist richtig. Absolut neue Erkenntnisse haben wir durch unsere Befragung ganz sicher nicht gewinnen. Und einen Teil der Punkte, die die Bürger angesprochen hat, hatten wir uns sowieso schon auf die Agenda geschrieben.“ Trotzdem, so der Fraktionsvorsitzende, sei es gut, durch die Fragebogen-Aktion mit den Menschen in Kontakt gekommen zu sein. Ludwig Leonards: „Wir haben viele Menschen zu Hause besucht und mit ihnen über ihre Antworten zu diskutieren. Das hat den Leuten gefallen, weil sie sich dann auch ernst genommen fühlen.“

Wer in einem Jahr für die Sozialdemokraten in Langerwehe als Bürgermeisterkandidat ins Rennen gehen wird, kann und will Hans-Uwe Endrigkeit im Augenblick noch nicht sagen. „Wir werden als zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat natürlich einen eigenen Kandidaten stellen. Das muss unserer Meinung nach sein. Wer das sein wird, wissen wir noch nicht.“ Viel interessanter sei im Augenblick die Wahl am 25. Mai. „Und die wollen wir natürlich gewinnen“, so Endrigkeit.

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