Birkesdorf: Millioneninvestition im Marien-Hospital

Birkesdorf: Millioneninvestition im Marien-Hospital

Neben der medizinischen Versorgung spielt die räumliche Unterbringung der Patienten bei der Wahl des Krankenhauses eine immer größere Rolle. Um den wachsenden Ansprüchen gerecht zu werden, investiert die Caritas Trägergesellschaft West (Ctw) in den kommenden Monaten 4,3 Millionen Euro in das Birkesdorfer St.-Marien-Hospital.

Die Geriatrie, der Bereich der Altersmedizin, erhält eine neue Station mit 24 Betten, die Abteilung Gynäkologie/Geburtshilfe sieben neue Kreißsäle, die zum Teil als Mehrzweckraum aber auch für längere Überwachungen der werdenden Mutter genutzt werden können. Chefarzt Professor Dr. Gerd Crombach spricht von einer Weiterentwicklung des geburtshilflichen Schwerpunktes. Jährlich werden in Birkesdorf zwischen 1150 und 1250 Säuglinge entbunden. Viele Eltern entscheiden sich nicht nur bei Risikoschwangerschaften aufgrund der direkten Anbindung an die Kinderklinik für St. Marien.

Mit der Investition in die neuen Kreißsäle will die Ctw die Zukunft der Entbindungsstation trotz rückläufiger Geburtenzahlen langfristig sichern, betont Geschäftsführer Bernd Koch. „Für viele werdende Eltern sind der Wunsch nach Sicherheit, eine adäquate Unterbringung und die direkte Anbindung zu einer Kinderklinik bei der Wahl der Geburtshilfe entscheidend“, weiß Crombach. Und daher sollen 2016 in einem weiteren Bauabschnitt auch die Zimmer der Geburtshilfe-Station umgebaut werden. Ziel sei es, dass jeder werdenden Mutter, unabhängig von ihrer Krankenkassen-Situation ein Ein- oder Zwei-Bett-Zimmer angeboten werden kann.

Dieses Ziel verfolgt die Ctw auch in der Geriatrie. Mit dem Neubau der Station trägt die Ctw dem demografischen Wandel Rechnung.„Im Jahr 2030 wird jeder vierte Dürener älter als 65 Jahre sein“, betont der neue Chefarzt der Abteilung, Dr. Stefan Schreiber. Und mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich spezifische Erkrankungen einstellen. Darauf will die Ctw in Birkesdorf vorbereitet sein. „Wir sind das einzige Haus in der Region mit einer Hauptfachabteilung Geriatrie“, betont Bernd Koch. Und die soll nach den Vorstellungen der Ctw auch noch ausgebaut werden.

„Wir haben den Antrag auf 25 zusätzliche Betten gestellt“, betont der Geschäftsführer. Derzeit sind die vorhandenen Betten der Geriatrie in Birkesdorf zu mehr als 90 Prozent belegt. Das sei ein klares Signal für einen Mehrbedarf, betonen Koch und Schreiber. Allerdings ist die Ctw bei der Genehmigung auf die Bezirksregierung Köln angewiesen, die — räumt Bernd Koch ein — den Bedarf an zusätzlichen Geriatrie-Betten im Kreis Düren noch geringer einschätzt.

Der Bau der Kreißsäle und der Geriatrie-Station erfolgt bei laufendem Krankenhausbetrieb. Da am Marien-Hospital keine Flächen mehr zur Verfügung stehen, werden einzelne Gebäudeteile aufgestockt, so dass die Baumaßnahmen für den Patienten weitgehend unsichtbar bleiben werden. Die Eröffnung soll im Juli/August 2016 erfolgen.

(ja)
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