Düren: Michael Mücke lobt und tadelt seine Jungs

Düren: Michael Mücke lobt und tadelt seine Jungs

Es kam, wie Georg Klein es erwartet hatte: Der Mittelblocker von Evivo Düren gewann mit seinem Team das erste Bundesligaspiel der Saison 3:0 gegen Aufsteiger RWE Volleys Bottrop. Und: „Es war auch klar, dass die Partie von Nervosität geprägt war.“ Der 22-jährige Nationalspieler lieferte eine Begründung gleich mit.

„Die meisten unserer neuen Spieler haben zum ersten Mal vor einer solchen Kulisse gespielt.“ Als Beispiel sei Erik Mattson genannt. Der 22-jährige Kanadier spielte bisher in Universitätsmannschaften, bestritt am Mittwoch sein erstes Pflichtspiel als Profi und bekannte freimütig: „Dieses Bundesligaspiel werde ich nie vergessen. Ich war zu Beginn doch sehr nervös.“ Mit zunehmender Spielzeit gewann der Libero vor den 1300 Zuschauern immer mehr an Sicherheit und hatte maßgeblichen Anteil am ersten Sieg im ersten Spiel. „Es war gut, dass wir in der Vorbereitung so hart trainiert haben“, sagte der Volleyballer, dessen größter Erfolg bislang 2009 der Gewinn der kanadischen Universitätsmeisterschaft war. Die intensive Vorbereitung half ihm. immer sicherer zu werden.

Applaus: Eric Mattson bestritt Mittwoch seine erstes Profi-Spiel. Foto: Franz Sistemich

Dass Evivo nicht nur mit der Nervosität kämpfen, sondern auch spielerische Probleme in den Griff bekommen musste, hatte auch seine Ursache: Speziell die Verletzungen der beiden Zuspieler warfen das Team in der Endphase der Vorbereitung zurück: Beim Zuspiel haperte es in der einen oder anderen Situation doch: „Das ist doch noch normal, wenn du praktisch zwei Wochen nicht an der Feinabstimmung zwischen Zuspiel und Angriff arbeiten kannst“, stellte Michael Mücke, der Trainer, in gewohnt nüchterner Form fest und bedachte direkt im Anschluss Zuspieler Ciaran McGovern mit einem großen Lob: „Natürlich war zuerst bei ihm eine Verunsicherung zu spüren, aber er ist im Lauf der Partie immer stabiler geworden. Er hat seine Sache gut gemacht.“

Düren musste aber auch mit einem anderen Problem kämpfen: „Es ist schon blöd, wenn du dich nicht auf ein Spiel normal vorbereiten kannst, weil du nicht weißt, wer beim Gegner überhaupt spielt.“ Nur aus Spaß hätten sich die Dürener das Video eines Bottroper Spiels angeschaut. „Für einen Mittelblocker ist es besonders wichtig zu wissen, wie der Zuspieler in welcher Situation agiert.“ Aber wenn man nicht wisse, wie der Kader überhaupt aussehe, „dann kannst du dich praktisch nur aus dem Spiel heraus auf ihn einstellen.“ Immer besser stellten sich die Dürener auf die Bottroper ein, auch wenn Trainer Michael Mücke im dritten Satz einmal ziemlich heftig auf einen Fauxpas seiner Spieler reagierte. Er schimpfte gar laut. Des Trainers Unmut hatten sich seine Jungs zugezogen, weil die Blockspieler eine Anweisung nicht befolgt hatten. Bei einem bestimmten Bottroper Spieler sollten sie „den Block zumachen“, sprich verhindern, dass der Gästespieler den Ball am Block vorbei die Seitenlinie entlang schlagen konnte. Als Dürens Block das erste Mal die Anweisung ignorierte, schwieg der Trainer noch, beim zweiten Mal explodierte er. „Das sind verschenkte Punkte, auf die es vielleicht mal in einem Satz ankommen kann.“

Nun hat der Trainer anderthalb Wochen Zeit, die Defizite weiter abzubauen. Der nächste Gegner ist von anderem Kaliber: Am 27. Oktober spielt Meister Berlin Recycling Volleys in Düren.

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