Wird der Parkplatz am S-Bahn-Haltepunkt in Merzenich erweitert?

Für die Pendler : Ein Parkhaus am S-Bahn-Haltepunkt Merzenich?

Der P+R-Parkplatz am S-Bahn-Haltepunkt Merzenich ist chronisch überfüllt. Eine Erweiterungsmöglichkeit für zusätzliche Parkplätze ist in Sicht. Laut Bürgermeister Georg Gelhausen wäre ihm aber eine Mobilitätsstation erheblich lieber.

Selbst in den zu Ende gehenden Herbstferien ist der Parkplatz am S-Bahn-Halt in Merzenich sehr stark nachgefragt. Einige Tage war die enge Zufahrtsstraße mal wieder auf einer Seite komplett zugestellt. Das darf nicht verwundern, denn das Areal ist nicht nur für die Pendler der Gemeinde buchstäblich naheliegend, sondern auch ideales Ziel von Menschen, die aus Jülich oder Niederzier hier in die Bahn nach Köln steigen wollen.

Der Vorteil: Über die Tagebaurandstraße ist der Haltepunkt schnell erreicht. Die an Ampeln reiche Route zum Dürener Bahnhof lässt sich so prima umfahren. Kurzum: Der Parkplatz platzt aus allen Nähten, obwohl er schon einmal erweitert worden ist. Pläne für einen weiteren Ausbau liegen vor.

Es gibt laut Bürgermeister Georg Gelhausen grundsätzlich zwei Varianten. Eine „normale“ Erweiterung – also die bloße Schaffung von zusätzlichen Parkflächen (derzeit 340) – auf einem Acker neben dem heutigen Park+Ride-Terrain. „Hierfür gibt es schon eine Förderzusage durch den Nahverkehr Rheinland“, erklärte der Verwaltungsleiter auf Nachfrage, dem aber die zweite Variante erheblich lieber wäre. Denn hier würde eine „moderne Mobilitätsstation am S-Bahnhof Merzenich“ geschaffen, die sowohl ein Parkhaus als auch eine Fahrradstation, Elektro-Ladestationen und eine bessere Radweg-Anbindung beinhaltet. In einer Projektskizze, die von der Gemeinde mit Hilfe von Bernd Böhnke, Mobilitätsbeauftragter des Kreises Düren, erstellt wurde, sind Kosten von fast fünf Millionen Euro kalkuliert.

Eine Erweiterungsmöglichkeit ist in Sicht (Nachbarfläche oben). Foto: ZVA/Gemeinde Merzenich/Patrick Rohs

Diese Investition wäre für die Gemeinde allein natürlich eine Nummer zu groß. Die Projektskizze wurde zielgerichtet als Vorschlag und Antrag für ein Programm entwickelt, das im Rahmen des Strukturwandels von hoher Förderung profitieren könnte. Hier wird es vielleicht schon Anfang nächster Woche einen ersten Fingerzeug geben. „Wenn wir eine Modellregion für Mobilität sein wollen, dann sollten wir den S-Bahnhof Merzenich nach modernsten Standards ausbauen“, erklärt Gelhausen.

Der Bürgermeister nimmt am Montag an einer Fachkonferenz des Revierknotens „Infrastruktur und Mobilität“ in Mönchengladbach teil, zu der die Zukunftsagentur Rheinisches Revier eingeladen hat. Hier kommen die umsetzungsfähigen Vorschläge auf den Tisch. Je nach Bewertung fließen sie ins Teilkonzept eines Wirtschafts- und Strukturprogramms ein, über dessen Förderung die Bundespolitik zu beschließen hat.

Der Vorschlag einer Mobilitätsstation würde den Ausbau des Verkehrsknotenpunktes L264/Steinweg/Auf der Heide einschließen, um den Bus-Linienverkehr in vernünftigem Tempo anzubinden und den wachsenden Auto-Zielverkehr schnell zu- und abfließen zu lassen, ohne den Merzenicher Ortskern zu belasten. Die ÖPNV-Berücksichtigung ist allein deswegen ein zu lösendes Problem, weil ab dem Jahresende der S-Bahn-Halt von Schnellbuslinien angesteuert wird, die unter anderem zum Forschungszentrum Jülich führen – aber auch in den Südosten des Kreises.

Der Vorschlag enthält noch viele Feinheiten – wie die Aufwertung des vorhandenen Radwegs von Merzenich nach Arnoldsweiler als „Solar-Radweg“ mit Beleuchtung oder auch eine Anbindung an die Radroute nach Ellen. In das (Auto-)Parkhaus sollen Fahrradboxen (mindestens 100). integriert werden. Das gehört zum Baustein „Radstation“, der auch ein Fahrradverleihsystem und einen -Reparaturdienst vorsieht. Nicht zuletzt ist auch der Sicherheitsaspekt berücksichtigt, denn auf dem P+R-Parkplatz gab es nicht selten Autoaufbrüche.

Der Antrag „Mobilitätsstation“ schlägt eine Videoüberwachung sowie Kontrollpersonal für die Parkplätze und die Radstation vor.Das wiederum dürfte zur Folge haben, dass langfristig eine „bewirtschaftete“ Einrichtung entsteht – mit Kostenpflicht für Nutzer. Das aber ist noch nicht sicher. Georg Gelhausen hofft nun auf positive Reaktionen bei der Fachkonferenz am Montag.

Der Bürgermeister: „Ich hoffe, dass wir im ersten Halbjahr 2020 Klarheit bekommen.“

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