Hergarten: „Mertenskreuz“ wird bis Ende Oktober restauriert

Hergarten: „Mertenskreuz“ wird bis Ende Oktober restauriert

Irgendwann im Herbst 2013 kippte das denkmalgeschützte „Mertenskreuz“ um. Theo Lauterbach erinnert sich: „Der Sturm hat es geschmissen. Verletzt wurde niemand.“ Seit 1660 beziehungsweise seit 1666, da geben verschiedene Quellen unterschiedliche Auskünfte, stand das Kreuz aus Buntsandstein an der Kreisstraße 25, westlich des Weges von Walbig nach Hergarten.

1904 wurde es von einheimischen Bauern und Schmieden repariert, einige Jugendstilelemente am Objekt stammen aus dieser Zeit.

Warum und von wem die 2,40 Meter hohe Skulptur genau zwischen Walbig und Hergarten im 17. Jahrhundert aufgestellt worden ist, das weiß man nicht. Theo Hergarten, stellvertretender Vorsitzender im Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) des Ortes, berichtet: „Die schmiedeeisernen Elemente im Kreuz waren wohl nicht mehr stabil, daher löste sich der obere Teil vom Sockel.“ Die zwölf aktiven Mitglieder des VVV gehen jeden Montag durch den Ort und schauen nach dem Rechten.

Die insgesamt sieben Wegekreuze werden im Dorf dann begutachtet, die kleine Kapelle, sowie Bänke, Plätze und Wege gepflegt, Hecken und Grünflächen geschnitten. Über den Winter werden verschiedene Reparaturen vorgenommen, die dem Dorf und dem Ortsbild zu Gute kommen. Das „Mertenskreuz“ lag zunächst eine Zeit lang im Dreck, dann nahmen Mitarbeiter des Heimbacher Bauhofs die rund 200 Kilogramm schwere Skulptur auf und brachten sie fort. Lauterbach: „Wir vom VVV fragten nach einiger Zeit bei der Stadt an, was denn nun mit dem uralten Kreuz passiert. Da erfuhren wir, dass das Kreuz restauriert wird.“

Die Steinmetzfirma Simons in Mechernich, die für derartige Arbeiten prädestiniert ist, arbeitet das historische Stück derzeit auf. Ende Oktober soll es wieder an seinem angestammten Platz mit Hilfe der Mitarbeiter des städtischen Bauhofs aufgestellt werden. Ob das Kreuz im Laufe der Jahrhunderte möglicherweise versetzt wurde, weil sich die Straßenführung änderte, auch das ist nicht bekannt. Ziemlich sicher ist dagegen, dass der Stein aus einem der örtlichen Steinbrüche stammt. Lauterbach: „In Vlatten und in Hergarten gab es früher Steinbrüche, in Hergarten sogar zwei.“

Die Restauration kostet 3800 Euro. Lauterbach: „Wir haben schon einiges an Geld und Spenden gesammelt, doch fehlen uns noch einige Hundert Euro.“ Nicht nur für den Autoverkehr, auch für Wallfahrer ist der Ort Hergarten ein Knotenpunkt. Pilger, die aus dem Dürener Land kommen und nach Trier gehen, streifen ebenso Hergarten wie Pilger, die aus der Mechenricher Gegend nach Heimbach wollen. Die Matthias-Bruderschaft aus Drove pflegt sogar eines der sieben Kreuze in Hergarten dauerhaft. Weitere Informationen zum Kreuz und die Möglichkeit, Spenden abzugeben gibt es bei Theo Lauterbach unter Telefon 02446/656.