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Das Jahr 2018 in Düren: Menschen, die das Jahr bestimmen

Das Jahr 2018 in Düren : Menschen, die das Jahr bestimmen

In der DZ haben wir in diesem Jahr über viele engagierte Bürger, erfolgreiche Sportler, Ideengeber und Politiker berichtet. Einige davon sind unsere Menschen des Jahres.

DER DOPPELMILLIONÄR

Peter Borsdorff

Seit mehr als 23 Jahren ist Peter Borsdorff unermüdlich unterwegs, um benachteiligten oder plötzlich in Not geratenen Familien und Kindern zu helfen. Der 5. September 2018 aber war auch für den bereits zweimal mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichneten Dürener ein ganz besonderes Datum: An diesem Tag hat die von ihm zusammengetragene Spendensumme die Zwei-Millionen-Marke übersprungen. Aktuell liegt sie bei rund 2,127 Millionen Euro.

DAS GESICHT DER INDUSTRIE

Dr. Stephan Kufferath

Foto: ZVA/Jörg Abels

20 Jahre lang war Dr. Stephan Kufferath das Gesicht der Vereinigten Industrieverbände von Düren, Jülich, Euskirchen und Umgebung, der die VIV regional, überregional und weltweit vertrat, wie sein im Mai gewählter Wunschnachfolger und langjähriger Stellvertreter Hans-Helmuth Schmidt betonte. Als Dank für sein jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement wurde der erfolgreiche Unternehmer nicht nur zum VIV-Ehrenvorsitzenden ernannt, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier verlieh ihm zudem das Bundesverdienstkreuz.

DIE TÄNZERIN

Yara Junggeburth

Foto: ZVA/Sandra Kinkel

Ende November hatte die elfjährige Yara Junggeburth aus Winden ihren großen Auftritt. Zur Musik „Le Talisman“ von Riccardo Drigo tanzte sich die Gymnasiastin in der Nähe der polnischen Hauptstadt Warschau bei der Ballett-WM auf den 6. Platz in ihrer Altersklasse. Zuvor hatte sie sich völligüberraschend bei den Deutschen Meisterschaften des Tanzsportverbandes TAF für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Yara tanzt seit achteinhalb Jahren, klassisch Ballett und Showdance. Auch als Funkemariechen im Karneval war sie schon unterwegs.

DIE LEIDGEPRÜFTEN

Anwohner der Renkerstraße

Foto: ZVA/Jörg Abels

Den 4. Mai werden die Anwohner der Renkerstraße und der Gerhard-Fuß-Straße so schnell nicht mehr vergessen. Seit an diesem Tag der Hauptabwasserkanal einbrach, hat ihre Lebensqualität stark gelitten. Abwasser und Fäkalien in den Kellern, über Wochen Gestank in der Nase und das Rattern der Notpumpen im Ohr, dazu der Lärm des Verkehrs, der sich seit der Freigabe der Renkerstraße Ende Juli nur bedingt an das Tempolimit hält. Immer noch offen: die Verursacher- und Schadenersatzfrage. Bis Ende 2019 müssen sie mit der Baustelle vor ihrer Tür leben.

DIE INVESTOREN

Georg Schmiedel und Jörg Frühauf

Foto: ZVA/Jörg Abels

Georg Schmiedel (Bild) und Jörg Frühauf stehen beispielhaft für den Aufbruch in der Stadt Düren. Mit ihrer Firma F&S Concept haben die Euskirchener rund 35 Millionen Euro in das Bismarck-Quartier investiert, das Anfang Dezember mit der Eröffnung des Dorint-Hotels größtenteils fertiggestellt wurde. Dazu kommen weitere Millionen vom Kreis Düren. Und F&S waren auch an anderer Stelle aktiv. Im September wurde die neue Kita „Kreismäuse“ an der Marienstraße eingeweiht. Investition hier: rund 14 Millionen Euro.

DIE UNAUFGEREGTEN

Kampfmittelräumer

Foto: ZVA/Sarah Maria Berners

Blindgänger werden in Düren immer wieder bei Baumaßnahmen gefunden. Dass Mitte März am Birkesdorfer Ortsrand aber gleich acht US-Bomben entdeckt wurden, ist schon eine Ausnahme – ein Job für Kampfmittelbeseitiger Wolfgang Wolf von der Bezirksregierung Düsseldorf und sein Team, die wieder einmal mit kühlem Kopf und dem nötigen Fachwissen die Ruhe behielten. Rund 2500 Anwohner aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich mussten stundenlang ihre Häuser verlassen.

DER STREITBARE

Jörn Langefeld

Foto: Guido Jansen

Seit der parteilose Jörn Langefeld 2015 zum Bürgermeister gewählt wurde, tobt in Inden ein erbitterter politischer Kampf, der einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Es geht um eine Schadenersatzforderung gegen seinen Vorgänger, der angeblich eine „Schwarze Kasse“ geführt haben soll. Bis heute aber wurde keine Anklage erhoben. Keine Kommune von vergleichbarer Größe beschäftigt die Gerichte und Staatsanwaltschaften so wie Inden. Langefeld hat unter anderem Strafantrag gegen den gesamten Rat gestellt sowie gegen einzelne Ratsmitglieder. Die Gegenwehr wächst: Mittlerweile klagt unter anderem sein Vorgänger gegen ihn.

DER BETRÜGER

Ein Ex-Beamter im Rathaus Kleinhau

Foto: imago/blickwinkel/imago stock&people

Zwar liegen die Taten eines 40-jährigen ehemaligen Beamten in der Hürtgenwalder Kämmerei Jahre zurück, aber erst 2018 wurde bekannt, wie viel Geld der Mann veruntreut hat: Mehr als 600.000 Euro Steuergeld hat sich der Mann über fingierte Rechnungen erschlichen. Um diese Summe wird es auch vor Gericht gehen. Wann der Prozess 2019 beginnt, steht noch nicht fest. In der Gemeinde gab es lange kein anderes Thema, und glaubt man manchen Bürgern, werden sie zum Prozessstart „mit Reisebussen“ zum Gericht fahren. So groß ist das Interesse.

DER VERKÜNDER

Dietmar Nietan

Foto: Michael Kappeler/dpa/Michael Kappeler

Obwohl er seit 2014 als Schatzmeister zum engsten Führungskreis der Bundes-SPD zählt, steht Dietmar Nietan selten im überregionalen Rampenlicht. Das war am 4. März schlagartig anders. Ganz Deutschland schaute auf den Dürener, der als Chef der Mandatsprüfungs- und Zählkommission das Ergebnis des SPD-Mitgliedervotums zur Neuauflage der GroKo verkündete. Ende November machte der 54-Jährige nach 20 Jahren als Vorsitzender der Kreis-SPD Platz für einen Generationswechsel.

DIE SCHÜTZER DES RECHTS

Polizisten im Hambacher Forst

Foto: dpa/Christophe Gateau

Im September rückten Tausende Polizisten auch aus anderen Bundesländern in den Hambacher Forst, um illegal errichtete, aber jahrelang von den Behörden geduldete Baumhäuser zu räumen. Es entwickelte sich einer der größten Polizeieinsätze, den NRW je erlebt hat, bei dem über 50 Beamte menschenverachtend von den Waldbesetzern mit Fäkalien beworfen wurden. Überschattet wurde die weitgehend friedlich verlaufende Räumung vom Tod eines Studenten, der im Internet über die Waldbesetzung berichtete und aus gut 20 Metern Höhe abstürzte.

(red)