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Vom Motorsport-Club: Mehr als 150 Fahrer sind beim Nörvenicher Mofarennen dabei

Vom Motorsport-Club : Mehr als 150 Fahrer sind beim Nörvenicher Mofarennen dabei

Die Teams haben so lustige Namen wie „Män in Dreck“, „Coconut Chicas“ und „Sweet Desaster“, gefahren werden vier Stunden, die Rennstrecke ist rund 1,3 Kilometer lang und befindet sich auf einem staubigen Feld. Die Rede ist vom „Nörvenicher Mofarennen“, das Paul Haak (33) und Arkadius Nelischer (41) vom Motorsport-Club Nörvenich im vergangenen Jahr zum ersten Mal organisiert haben.

Mit großem Erfolg. „Wir waren von der Resonanz überwältigt“, sagt Nelischer. „35 Teams waren bei uns am Start. Und dieses Mal haben sich sogar 55 Mannschaften angemeldet. Das ist Wahnsinn.“ Jedes Team hat in der Regel drei Fahrer, also sind beim Rennen in der Neffeltalgemeinde mehr als 150 Mofa-Fahrer am Start.

Paul Haak (l.) und Arkadius Nelischer organisieren das Rennen. Foto: Kin

Nelischer und Haak, die in der Hausverwaltung beziehungsweise als Kfz-Mechaniker arbeiten, sind leidenschaftliche Mofa-Rennfahrer. „Ich war vor ein paar Jahren mit einem Freund bei einem Rennen in Kerpen und so begeistert, dass ich mir danach ein Mofa gekauft habe“, erzählt Nelischer. Seinen Freund Paul Haak hat er anfangs nur gebeten, ihm beim Schrauben an seinem Mofa zu helfen. „Ich war irgendwie auch sofort überzeugt“, sagt Haak. „Mir gefällt die Atmosphäre bei den Rennen. Alle helfen sich gegenseitig, der Spaß steht im Vordergrund. Und ein Mofa ist nicht so teuer wie ein Motorrad.“

Nelischer und Haak nehmen regelmäßig an Mofarennen teil, anschließend fachsimpeln sie darüber, was bei der Veranstaltung gut und was weniger gut war. Haak: „Irgendwann habe ich zu Arkadius gesagt, dass wir einmal alles Gute in einen Topf werfen und daraus ein eigenes Rennen machen müssten.“ Arkadius Nelischer war im ersten Moment skeptisch, aber Haak hat ihn überlistet. „Ich habe gesagt, ich würde ein passendes Feld in Nörvenich besorgen. Da musste er Ja sagen.“

Haak hat nicht zu hoch gepokert, er hatte schon einen Plan. „Ich wusste, dass ich am nächsten Tag mit meinem Freund Werner Kremer, dem Landwirt des Birkenhofes, im Stadion bei einem Spiel des 1. FC Köln sein würde.“ Die Partie lief gut, irgendwann hat Haak Kremer nach einem Platz für das Mofarennen gefragt. „Der war sofort überzeugt, und wir konnten die rund sechs Hektar große Fläche haben. Werner Kremer hilft uns sogar beim Herrichten der Strecke. Wir brauchen ja Kurven und auch den ein oder anderen Hügel, damit es richtig Spaß macht.“

Nelischer und Haak wollten ihr Mofarennen gleich zu einer Veranstaltung für die ganze Gemeinde machen. „Es war uns wichtig“, sagt Haak, „möglichst viele andere Vereine einzubinden. Und das hat auch geklappt.“ Die Schützen und die Alten Herren des Fußballvereins helfen beim Präparieren des Geländes, die Freiwillige Feuerwehr präsentiert ihre Arbeit und ist mit einem Fahrzeug vor Ort. Einige Vereine stellen Teams für das Rennen. Haak: „Die ‚Drei-Burgen-Garde‘ macht mit und unsere Karnevalsgesellschaft auch. Das Dorf ist stark vertreten.“

Die Teams — 55 ist die Höchstzahl, die beim Rennen dabei sein kann — reisen am Freitag zum freien Training (17 bis 19 Uhr) an. Nelischer: „Die meisten campen rund um die Rennstrecke. Da wird noch geklönt und gefachsimpelt. Das ist einfach schön.“ Zum Teil kommen die Teams von ziemlich weit her. „Die weiteste Anreise“, sagt Nelischer, „haben die Fahrer aus Empfingen.“ Das ist eine Gemeinde im Nord-Schwarzwald, immerhin rund 400 Kilometer von Nörvenich entfernt.

Die beiden Rennleiter sind überzeugt, dass ihre Veranstaltung auch für die Zuschauer interessant ist — und das nicht nur wegen der Rennen und des Rahmenprogramms mit Tanzeinlage und Musik, das sie auf die Beine gestellt haben. „Die Zuschauer“, sagt Nelischer, „sind bei uns hautnah dabei. Sie können bis in die Boxengasse gehen, und die Fahrer ganz unmittelbar beobachten und sicher mit dem ein oder anderen auch sprechen.“

Das Gewinner-Team des ersten Nörvenicher Mofarennes hat 2017 in den vier Renn-Stunden 150 Runden zurückgelegt. Noch wichtiger als der große Wanderpokal war den Fahrern von „Hm-Moto“ aber vermutlich die „After-Race-Party“, die es wieder geben wird. „Der Spaß“, sagt Haak, „ist uns am wichtigsten.“