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Landtagsmandat im Wahlkreis Düren II/Euskirchen II: Max Dichant tritt für die SPD an

Landtagsmandat im Wahlkreis Düren II/Euskirchen II : Max Dichant tritt für die SPD an

Der SPD-Kreisvorsitzende Max Dichant will bei der Wahl am 15. Mai im Wahlkreis Düren II/Euskirchen II das Landtagsmandat erreichen. Im Interview spricht er über seine Ziele.

Bei der Wahl des schönsten Ortes fiel ihm die Antwort leicht: „Natürlich der Rursee.“ Schließlich wuchs der SPD-Kreisvorsitzende Max Dichant in Heimbach auf und verbrachte nach eigenem Bekunden so viel Zeit wie möglich an dem Gewässer. Im Wahlkreis Düren II/Euskirchen II will er nun die Mehrheit erringen und in den Landtag ziehen. Mit dem 30-Jährigen sprach Patrick Nowicki.

Was hat Sie bewogen, sich politisch zu engagieren und warum sind Sie gerade in die SPD eingetreten?

Max Dichant: Bei der Bundestagswahl 2009 hat die SPD zu Recht historisch schlecht abgeschnitten, denn auch ich war mit der Politik der Partei unzufrieden. Statt nur zu maulen, wollte ich mit anpacken, diese stolze Partei wieder auf den richtigen Weg zu bringen und bin einem guten Neujahresvorsatz folgend am 1. Januar 2010 leicht verkatert in die Partei eingetreten.

Worauf sind Sie in ihrer bisherigen politischen Laufbahn besonders stolz?

Dichant: Auf das Amt des stellvertretenden Landrates bin ich sehr stolz. Es ehrt mich, als junger Mensch unseren Landkreis und seine mehr als 260.000 Bewohner repräsentieren und vertreten zu dürfen. Ich freue mich aber auch über das Vertrauen meiner Partei, mir den Kreisvorsitz zu übertragen, nachdem meine Vorgänger Josef Vosen und Dietmar Nietan so große Fußstapfen hinterlassen haben.

Was reizt Sie daran, in den Landtag zu kommen?

Dichant: Ich bin in Düren geboren, in Heimbach aufgewachsen und in Schleiden zur Schule gegangen. Heute lebe und arbeite ich wieder in Düren. Die Eifel ist meine Heimat, Düren seit mehreren Jahren mein Zuhause. Ich kenne die Menschen, die Region, ihre Probleme, aber auch ihre zahlreichen Stärken. Diese möchte ich als junger Mensch mit neuen Ideen in die Politik einbringen und daran mitarbeiten, dass unsere Region trotz aller Herausforderungen eine gute Zukunft hat.

Welche drei Themen wollen Sie für ihren Wahlkreis in den kommenden fünf Jahren voranbringen?

Dichant: Als Wirtschaftsförderer liegt mir erstens der Strukturwandel im Rheinischen Revier am Herzen. Hier braucht es weniger Bürokratie und mehr Schnelligkeit, um endlich die dringend benötigten Ersatzarbeitsplätze zu schaffen. Als Kind der Eifel möchte ich zweitens die Infrastruktur im ländlichen Raum verbessern. Schnelles Internet, stabiler Mobilfunk und ein funktionierender ÖPNV dürften nicht nur den Ballungszentren vorbehalten sein. Als junger Mensch weiß ich drittens, dass eine gute Ausbildung die Weichen für das restliche Leben stellt. Daher müssen wir deutlich mehr in unsere Jugend investieren und das Bildungssystem finanziell besser ausstatten, damit unsere Kinder die bestmöglichen Startchancen erhalten.

Das mit Abstand wichtigste Thema der kommenden Jahre dürfte in der Region der Strukturwandel sein. Wie kann er aus Ihrer Sicht gelingen?

Dichant: Das unsägliche und intransparente Sterneverfahren gehört reformiert. Zudem muss schnellstmöglich der Fokus von Forschungs- und Infrastrukturprojekten hin zu Arbeitsplatz schaffenden Projekten verlagert werden. Dazu muss das Problem der Beihilfe beseitigt werden, um auch Unternehmensförderungen möglich zu machen, schließlich entstehen neue Arbeitsplätze vorwiegend aus der Expansion der Bestandsindustrie. Außerdem brauchen wir alsbald neue Gewerbe- und Industrieflächen, um interessierte Betriebe in unserer Region auch ansiedeln zu können. Um dies möglich machen zu können, müssen Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich vereinfacht werden.

Wo muss das Land darüber hinaus den Kommunen helfen?

Dichant: Es braucht endlich eine Lösung für die kommunalen Altschulden, die unsere Städte und Gemeinde oft handlungsunfähig machen und zwingen, die Grund- und Gewerbesteuern regelmäßig deutlich anzuheben. Zudem sollten Ausgleichsmittel zur Kompensation der pandemiebedingten Einnahmeausfälle bereitgestellt werden.

Was werden Sie machen, wenn Ihnen die Wähler am 15. Mai nicht das Vertrauen schenken?

Dichant: Ich arbeite weiter als Wirtschaftsförderer für die Stadt Düren und helfe den Unternehmen bei der Bewältigung ihrer Probleme – auch und vor allem im Strukturwandel. Mein kommunalpolitisches Ehrenamt werde ich ebenfalls weiter mit viel Freude und Leidenschaft ausüben und versuchen, auf der Kreisebene unsere Heimat fit für die Zukunft zu machen.

Was schätzen Sie an Ihrem Mitbewerber der CDU?

Dichant: Dr. Nolten verfügt über jahrelange Erfahrung in der Politik und ein gutes Netzwerk.