Heimbach: Masterplan allein reicht nicht

Heimbach: Masterplan allein reicht nicht

In den letzten Wochen seiner Amtszeit kritisierte der scheidende Bürgermeister Bert Züll seinen Nachfolger indirekt: Beim Masterplan, für den Peter Cremer als Fachbereichsleiter zuständig war, sei die Stadt keinen wesentlichen Schritt weitergekommen. Er gehe nun aber davon aus, dass der neue Bürgermeister den Plan mit oberster Priorität behandeln werde.

Peter Cremer, am 25. Mai 2014 mit 55,77 Prozent in das Amt des ersten Bürgers der Stadt gewählt, hat seit seiner Amtsübernahme am 23. Juni viele Aufgaben angepackt.

Keine alleinige Lösung

Unter anderem das Thema Masterplan. Jede Woche setzt er sich mit seinem Nachfolger im Bauamt zusammen, arbeitet an einem Anforderungskatalog und einem Leitbild. In den kommenden Wochen will er dem Stadtentwicklungsausschuss das Konzept vorlegen. Doch warnt er vor überzogenen Erwartungen: „Der Masterplan alleine kann nicht die Heimbacher Probleme lösen.“ Beispielsweise den Leerstand zu beseitigen. „Hilft das möglicherweise nur der Geldkoffer?“, fragt sich der Bürgermeister nach den ersten Gesprächen.

Hauptsächlich „Klinken geputzt“ hat Peter Cremer in den ersten Wochen seiner Amtszeit. Er hat sich den Bürgermeistern in den Nachbarkreisen vorgestellt, ist in der Runde der Dürener Bürgermeisterkollegen mit offenen Armen empfangen worden: „Wir duzen uns hier alle, ich bin der Heinrich“, begrüßte ihn Langerwehes Heinrich Göbbels bei der ersten Zusammenkunft der Oberhäupter der Kreiskommunen.

Auch in der Stadt hat Cremer nach dem Umzug aus dem alten in das neue Rathaus verstärkt Präsenz gezeigt. „Ich war mindestens einmal bei einer Veranstaltung in jedem Ort“, erzählt er. Dort sprechen ihn die Bürger an, sei es beim Kartoffelfest in Düttling oder bei der Kirmes in Hausen. Sie schildern ihm ihre Probleme vor Ort. Die Repräsentationstermine sind im weiteren Sinne auch Bürgerdialoge. Die hat Cremer laut Wahlprogramm in regelmäßigen Abständen für jeden Ort vorgesehen. Ab diesem Jahr sollen sie eingeführt werden.

2014 standen für den neuen Bürgermeister eben andere Themen in der Prioritätenlisten höher. Beispielsweise das Thema Haushalt. Bereits vor der Wahl hatte Cremer den Wähler mit höheren Steuern konfrontiert. Jetzt musste er sie umsetzen, er sprach von schmerzhaften, aber notwendigen Schritten. Für die Verwaltung kann Cremer aber mit einem positiven Aspekt aufwarten: Zum ersten Mal seit vielen Jahren hat der Rat noch im Dezember einen Haushalt für das kommende Jahr beschließen können.

Für 2015 hat sich der Bürgermeister einiges vorgenommen. Zum Beispiel: Die Stadtentwicklungsgesellschaft könne sich neben der Vermietung von Burg und Burghof stärker in der Stadt engagieren. Dann will Cremer das Zusammengehörigkeitsgefühl der Heimbacher auch mit einem regelmäßigen Fest für alle Stadtteile — und die Touristen — stärken. Und auch den Stadteingang, den Kreisverkehr, will er attraktiver gestalten. Morgen stehen weitere Beratungen im Stadtentwicklungsausschuss an.

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