Maschine bohrt nach Kanaleinsturz in der Renkerstraße neuen Kanal

Nach dem Kanaleinsturz : Tunnelbohrmaschine baut bis Anfang März neue Abwasserrohre

Eine Tunnelbohrmaschine wird auf einer rund 240 Meter langen Strecke unter der Renkerstraße in Lenderdorf einen neuen Kanal bohren. Die Unterirdischen Arbeiten dauern bis voraussichtlich Anfang März. Im Bahnverkehr soll es aber keine Störungen geben. Auch das Krankenhaus bleibt erreichbar.

Nach dem Einsturz des Hauptabwasserkanals in der Renkerstraße im Mai 2018 gehen die Arbeiten am Neubau des betroffenen Kanalabschnitts nach Angaben des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) planmäßig voran. Trotz einer kurzen Unterbrechung wegen eines Bombenfundes zum Jahresende konnten die Start- und die Zielgruben für den Einsatz der Tunnelbohrmaschine termingerecht fertiggestellt werden.

Mittlerweile wurde die Tunnelbohrmaschine in Höhe der Zufahrt zum Industriepark Niederau in die Startgrube gehoben. Sie wird sich zunächst auf einer Länge von etwa 40 Metern unter dem Bahndamm der Rurtalbahn bis zur Zielgrube auf der anderen Seite vorarbeiten. Dies wird etwa eine Woche in Anspruch nehmen.

Dann wird die Maschine umgedreht, so dass sie in Richtung Rur bohren kann. Die hier zurückzulegende Strecke beträgt rund 240 Meter und unterquert auch den Dürener Mühlenteich. Sofern keine gravierenden Störungen – beispielsweise durch unterirdisch angetroffene Findlinge oder dergleichen – auftreten, ist für diese Strecke eine reine Bauzeit von etwa drei Wochen veranschlagt, so dass die Arbeit der Tunnelbohrmaschine Anfang März abgeschlossen wäre.

Der unterirdische Vortrieb bietet im Gegensatz zur offenen Bauweise den Vorteil, dass der Bahnverkehr ungestört weiter läuft. Darüber hinaus werden die Beeinträchtigungen der Anwohner reduziert, zumal kein Bodenaushub und auch keine aufwändige Sicherung der Baugrube beispielsweise durch Spundwände notwendig ist.

Die Tunnelbohrmaschine besteht im Wesentlichen aus einem überdimensionalen Bohrkopf und einer Pressvorrichtung, die sie vorwärts drückt. Das anfallende Bohrgut wird von der Maschine soweit gebrochen, dass es mit einer Flüssigkeit ausgespült werden kann. Oberirdisch werden Wasser und Bohrgut wieder voneinander getrennt. Gleichzeitig presst die Maschine Kanalrohrteile mit einer Länge von je drei Metern in die Bohrung ein. Die Rohre bestehen aus Stahlbeton, der innen mit korrosionsresistentem Polyethylen ausgekleidet sind. Der WVER betont, dass mit der unterirdischen Bauweise auch die Erreichbarkeit des St.-Augustinus-Krankenhauses während der gesamten Baumaßnahme aus Richtung Lendersdorf für Besucher und Patienten gesichert bleibt.