Düren: Martin Rütters Nachhilfestunde in Sachen Hundeerziehung kommt an

Düren: Martin Rütters Nachhilfestunde in Sachen Hundeerziehung kommt an

Wenn man zwei Lehren aus Martin Rütters Nachhilfestunde in Sachen Hundeerziehung ziehen möchte, musste man nach seiner neuen Show „NachSITZen“, die er am Donnerstag und Freitag in der Arena Kreis Düren zeigte, konstatieren.

Für eine gelungene Hundeerziehung muss man sich hier und da auch mal ordentlich zum Affen machen. Und: Als menschlicher Partner ist man gegen einen Hund chancenlos.

Reichlich Humor

Nachsitzen, das nimmt Martin Rütter in seinem Programm durchaus wörtlich. Auch wenn all seine Anekdoten und Überlegungen mit reichlich Humor versehen sind, so sind ihm seine Grundaussagen am Ende des Tages immer ernst. Das Publikum wandert entsprechend immer auf einem Grat zwischen Selbstironie und ehrlichem Interesse an den Tipps des Hundeprofis. Sich selbst nicht allzu ernst nehmen, ist dabei wohl eine der Grundvoraussetzungen, um Rütters Tipps in die Tat umzusetzen. Denn wenn er seinem Publikum empfiehlt, wie ein Wildgewordener mit einem Hundespielzeug durchs Wohnzimmer zu laufen und das Tier dabei absichtlich zu ignorieren, ist das sein voller Ernst.

Ebenso beim Tipp, sich 80 Mal in Folge anzukleiden, das Haus zu verlassen und nach 30 Sekunden wieder hereinzukommen. So könne man dem Tier die Angst vor dem Alleinsein nehmen. Hört sich etwas überengagiert an: „Hundeerziehung ist halt Arbeit“, sagt der Komiker aber nur. Rütter schöpft dabei aus seiner langjährigen Erfahrung als Hundetrainer und mittlerweile auch seiner zehnjährigen Bühnenerfahrung.

Während er beim Nachsitzen das Alphabet von „B wie bleib“ bis „Q wie Quietscher“ durchgeht, zeigt er dabei vor allem seine innige Liebe zu den Tieren. Beim Thema Rassekunde in der zweiten Hälfte der Show macht er ganz deutlich: „Ob ein Hund clever ist oder nicht, ist doch ganz egal“, zu Erziehung gehöre vor allem Beziehung und dabei käme es einzig auf den Charakter an. „Hat man sich erst einmal in einen Hund ‚verknallt‘, dann ist diese Liebe schließlich ehrlich“, weiß Rütter aus eigener Erfahrung und fügt in Richtung der Damen an: „Sind wir mal ehrlich, vor dem Hund fliegt eher der Mann aus dem Haus.“

Im Publikum folgten verstohlene Blicke zum Partner und reichlich Gelächter. So gestaltete Martin Rütter einen kurzweiligen Abend für die exklusive Gruppe der Hundefans, die sich an den zwei Abenden in der Arena eingefunden hatte — humorvoll und lehrreich zugleich.